Ärzte Zeitung, 06.03.2009

Hausärztin baut geriatrische Tagesklinik auf

Seit 2009 gibt es in Sachsen-Anhalt ein neues ambulantes Reha-Angebot. Auf Initiative der Klötzer Hausärztin Dr. Kathrin Stuhec ist in der Altmark eine geriatrische Tagesklinik entstanden.

Von Petra Zieler

Dr. Kathrin Stuhec (vorne) und Schwester Katja Behrens kümmern sich um die ambulanten Reha-Patienten in Kalbe.

Foto: zie

In Sachsen-Anhalt tut sich etwas in Sachen ambulante Reha-Angebote für ältere, meist multimorbide Patienten. Die Hausärztin und Geriaterin Dr. Kathrin Stuhec aus Klötze hat zu Anfang des Jahres in der Median-Rehaklinik Kalbe eine geriatrische Tagesklinik eröffnet - das zweite Reha-Angebot seiner Art in Sachsen-Anhalt.

An jedem Wochentag verlässt Stuhec gegen zwölf Uhr ihre Praxis in Klötze, um in das etwa 20 Minuten entfernte Kalbe zu fahren. Hier warten bereits zwischen acht und zwölf Patienten, die eine meist 20-tägige Reha absolvieren. "Alte, kranke Menschen wieder fit für den Alltag zu machen, damit sie weiter in ihrer häuslichen Umgebung bleiben können, ist unser wichtigstes Ziel”, sagt Stuhec. Viele Patienten kommen direkt im Anschluss an Klinikaufenthalte, wo sie nach Schlaganfällen, chronischen Schmerzen, Herz-Kreislauf-Problemen oder auch aufgrund von Stürzen behandelt wurden. Die Reha soll helfen, weitere Klinik- und Heimaufenthalte zu ersparen.

Pionierprojekt startete vor zehn Jahren in Schönebeck

Dass dies nicht nur Wunschträume sind, haben bereits vier Hausärzte aus Sachsen-Anhalt unter Beweis gestellt, die vor zehn Jahren ein ähnliches Projekt in Schönebeck initiierten. In dem ambulanten geriatrischen Rehakomplex (AGR), für den es 2006 den Berliner Gesundheitspreis gab, arbeitet ein interdisziplinäres Reha-Team mit Hausärzten, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Sozialstationen, Pflegediensten, Selbsthilfegruppen sowie Kranken- und Pflegekassen Hand in Hand.

Während die Schönebecker Therapeuten allerdings in eigenen Niederlassungen arbeiten und mit dem AGR kooperieren, ist das Therapeutenteam in Kalbe in der Rehaklinik angestellt. Verwaltungschefin Petra Leiste: "Ambulante Patienten können so das gleiche umfangreiche Therapieangebot in Anspruch nehmen wie unsere stationären.”

Einmal pro Woche treffen sich Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden und Sozialtherapeuten mit Stuhec, um Behandlungsziele und Therapien festzulegen oder anzupassen und Erreichtes zu besprechen.

In ständigem Kontakt ist die Hausärztin mit Schwester Katja Behrens, die sich in Kalbe ausschließlich um die ambulanten Patienten kümmert und für die gesamte Organisation, die Betreuung der Patienten und die Koordination zuständig ist.

Die Klinik zeigte sich sofort offen für die Kooperation

Stuhec war 2007 mit dem festen Willen nach Klötze gekommen, in der Altmark eine geriatrische Tagesklinik zu etablieren. "Die Idee, geriatrischen Patienten eine ambulante Reha anzubieten, ist schon während meiner Zeit in der geriatrischen Rehaklinik Bad Bevensen gereift. Was stationär möglich ist, sollte doch auch ambulant gleich gut, durch die tägliche Verbindung zum häuslichen Umfeld vielleicht sogar besser gelingen”, resümiert sie. Ein entsprechendes Konzept hatte sie schnell entwickelt, auch erste Gespräche mit der Kalbenser Klinik waren erfolgreich: Ärztin und Verwaltungsleiterin konnten sich eine Kooperation durchaus vorstellen.

Mit deutlich zeitlichem Abstand folgten KV und AOK Sachsen-Anhalt als Partner. Und Fünfter im Bunde wurde das DRK, das die Patienten täglich zur Klinik und wieder nach Hause fährt. Honoriert wird auf Basis einer Pauschale pro Patient, die nicht nur für das Honorar der Ärztin reichen muss, sondern auch für alle anderen anfallenden Kosten - von Miete bis zu Therapien und Transport.

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