Ärzte Zeitung, 06.07.2009

Kommentar

Lohnerhöhung ist kein Prämienersatz

Von Matthias Wallenfels

Praxischefs stecken derzeit womöglich in einer Zwickmühle. Die tarifvertraglich ausgehandelten Lohnsteigerungen für die Medizinischen Fachangestellten greifen für diesen Monat erstmals. Dann hat - bei Tarifbindung - jede Arzthelferin fünf Prozent mehr in ihrer virtuellen Lohntüte. Betriebswirtschaftlich gesehen, wäre es sinnvoll, diese Mehrausgaben jedenfalls teilweise zu kompensieren.

Spielen Chefs mit dem Gedanken, mittels Prämienstreichung den Zusatzaufwand zu begrenzen, so sollten sie daran denken, dass das finanzielle Zubrot, das sie gewähren, kein Ausdruck gutsritterlicher Großzügigkeit ist. Denn: Bei einer transparenten Leistungsbelohnung können sich Arzthelferinnen eher zu außergewöhnlichen Leistungen motivieren. Dieses Engagement wird nicht mit einer regulären Gehaltserhöhung belohnt. Die kommt allen Anspruchsberechtigten gleichermaßen zugute - ohne Rücksicht auf das individuelle Leistungsniveau. Arztpraxen sind aber auf Kreativität und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiterinnen angewiesen - und die sollte sich weiter lohnen.

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