Ärzte Zeitung, 13.08.2009

Kommentar

Kritik, die keiner Ernst nimmt

Von Christian Beneker

Man kann es verstehen: Endlich kann man einmal öffentlich machen, worüber man sich im Privaten schon lange ärgert: Muffige Sachbearbeiter, verweigerte Zahlungen und so weiter. Das neue Bewertungsportal für Krankenkassen dürfte vielen Ärzten aus dem Herzen sprechen.

Trotzdem: Es wird die Versorgung ebenso wenig nach vorne bringen wie die anderen Bewertungsportale im Gesundheitssystem. Nicht, dass einem Krankenhäuser, Ärzte oder Kassen leid tun müssten, weil ihnen ein Kunde oder ein Patient öffentlich eine schlechte Note verpasst. Denn Lob und Tadel können spielend fingiert werden - auch wenn die AOK glaubt, dies im geplanten Arztnavigator verhindern zu können.

Kein Wunder, dass die meisten Betroffenen ihre Benotung ignorieren und einfach weiterarbeiten. Fehler und Versäumnisse passieren; leider. Effektiver wäre es sicher, Kasse, Klinik oder Arzt direkt mit Beschwerden zu konfrontieren anstatt sie im Web abzustrafen. Letztlich beschädigen Bewertungsportale die Streitkultur.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Noten für Krankenkassen - Transparenz für Patienten oder nur Racheaktion von Ärzten?

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