Ärzte Zeitung, 19.10.2009

Verteilung des Schweinegrippe-Impfstoffs ist angelaufen

Thüringer Gesundheitsministerium: Debatte dämpft Impfbereitschaft / Stellungnahme von GlaxoSmithKline

BERLIN (dpa/ ger). In Deutschland hat die Verteilung des Impfstoffs gegen die Schweinegrippe begonnen. Pünktlich um sieben Uhr seien am Montag die ersten Dosen ausgeliefert worden, sagte eine Sprecherin des Pharma-Unternehmens GlaxoSmithKline (GSK) auf Anfrage.

Verteilung des Schweinegrippe-Impfstoffs ist angelaufen

Foto: GSK / www.fotolia.de

Der genaue Ort der Auslieferung an die Bundesländer in der Nähe von Dresden ist vom Unternehmen GSK nicht bekannt gegeben worden, um den reibungslosen Ablauf nicht zu gefährden. Die Bundesländer bekommen den Impfstoff nach einem zuvor festgelegten Zeitplan, der dafür sorgen soll, dass keines der Bundesländer im Vergleich zu den anderen im Vorteil oder im Nachteil ist.

GSK betonte in einer Stellungnahme, die Entscheidung der Regierung, einen anderen Impfstoff für die Bundesregierung zu bestellen als für die Gesamtbevölkerung, sei legitim. Sie rechtfertige jedoch keinen Rückschluss auf eine Differenzierung in bessere oder schlechtere Impfstoffe. Von der Europäischen Zulassungsbehörde EMEA seien am 30. September gleichzeitig drei Impfstoffe zur Verwendung zugelassen worden. Das Adjuvans ermögliche es, in der Pandemie Impfstoff für mehr Menschen herzustellen. Es werde erwartet, dass damit auch verwandte Virusstämme bekämpft werden könnten.

GSK lege Wert darauf, dass das Unternehmen "weder zum Verlauf der Pandemie sowie ihrer möglichen Folgen Prognosen abgegeben oder gar Kampagnen gefahren hat - weder öffentlich noch bei Vertrags-Verhandlungen". Die Bundesregierung habe mit ihrem Entwicklungs- und Produktions-Auftrag eines Pandemie-Impfstoffs gegen H1N1 eine Entscheidung im Einklang mit Vorgaben und Empfehlungen der WHO und der zuständigen Impf-Institute getroffen. Bislang seien weltweit 440 Millionen Impfdosen von Pandemrix® bestellt worden.

Die Debatte über den Impfstoff gegen die Schweinegrippe droht nach Einschätzung des Thüringer Gesundheitsministeriums, die Impfbereitschaft zu dämpfen. "Die Diskussion um einen vermeintlich besseren Impfstoff für Bundeswehr und Bundesregierung wirkt demotivierend", sagte Ministeriumssprecher Thomas Schulz.

Die Bundeskanzlerin will sich nach Angaben von Regierungssprecher Ulrich Wilhelm wie bisher von ihrem Hausarzt über die Impfung beraten lassen. Sollte sie sich für eine Immunisierung entscheiden, werde sie Pandemrix® erhalten, sagte er. Dieser Impfstoff sei auch vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) für seine Beschäftigten geordert worden, so das PEI. Eine Umfrage hatte vergangene Woche ergeben: Nur jeder dritte Bundesbürger will das Angebot zur Schweinegrippe-Impfung annehmen.

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