Ärzte Zeitung online, 22.07.2010

Hitzewelle sorgt für sinkende Produktivität

FRANKFURT/MAIN (dpa). Die Hitzewelle hinterlässt auch in der deutschen Wirtschaft ihre Spuren. Jedes zweite Unternehmen spürt die Auswirkungen der hohen Temperaturen auf seine Geschäftstätigkeit. Das ist das Ergebnis einer am Donnerstag veröffentlichten Schnellumfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) unter 229 mittelständischen und großen Unternehmen.

Hitzewelle sorgt für sinkende Produktivität

Das war's dann mit der Produktivität: Statt schwüle Büros zu ertragen, würde so manch einer gerne in den Pool flüchten.

© Paulus Rusyanto / fotolia.com

"Jeder fünfte Befragte berichtete, dass die Betriebsabläufe durch die hohen Temperaturen beeinträchtigt sind. Die Bandbreite reicht von sinkender Produktivität der Mitarbeiter bis hin zu längeren Maschinenstillstandszeiten", sagte Leiter der Geschäftsbereichs Familienunternehmen und Mittelstand bei PwC, Peter Bartels. Allerdings halten sich die Umsatzeinbußen im Rahmen: Neun Prozent der Großunternehmen und nur sechs Prozent des Mittelstands sehen sich hiervon betroffen. Zwölf Prozent der mittelständischen Unternehmen verzeichnen sogar eine Sonderkonjunktur - etwa der Getränke- und Textilhandel oder die Hersteller von Ventilatoren und Klimaanlagen.

Eine Zunahme beklagt die Wirtschaft allerdings beim Krankenstand. 16 Prozent der Großunternehmen verzeichnen vermehrt Krankmeldungen, im Mittelstand sind es sieben Prozent. Außerdem nutzen viele Beschäftigte das schöne Wetter, um kurzfristig Urlaub zu nehmen. Bei 21 Prozent der Groß- und 16 Prozent der mittelständischen Unternehmen steigt die Urlaubsquote durch spontane Ferien der Mitarbeiter an.

Am Arbeitsplatz zeigen die Unternehmer Herz für ihre Mitarbeiter: Mehr als jeder zweite Chef hat seinen Beschäftigten angesichts der Hitze Ventilatoren gekauft. Durstlöscher gehören bei zwei Drittel aller Befragten zum Service, um den Beschäftigten das Arbeiten zu erleichtern. Schwerer tun sich die Unternehmen beim Umgang mit Bekleidungsvorschriften, Arbeitszeit und vor allem dem Arbeitsort. "Eine Lockerung der Kleiderordnung oder eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten kommt jeweils für die Hälfte der Unternehmen nicht infrage. Das Angebot, Aufgaben von zu Hause zu erledigen, erhalten dagegen nur fünf Prozent der Mitarbeiter", sagte Bartels.

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