Ärzte Zeitung online, 10.08.2010

Regio-Kliniken mit Millionen-Verlust

UETERSEN (di). Die Regio-Kliniken haben im vergangenen Jahr Verluste in zweistelliger Millionenhöhe geschrieben. Das belastete Verhältnis zu den niedergelassenen Ärzten soll nun verbessert werden.

"Nicht zuletzt der Aufbau einer neuen, vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten steht neben der Weiterentwicklung der Top-Medizin besonders im Fokus", sagte Hauptgeschäftsführer Otto Melchert. Er kündigte an, dass die Regio Kliniken ihre unter niedergelassenen Ärzten umstrittene MVZ-Strategie überprüfen werden.

Jetzt steht auch die MVZ-Strategie auf dem Prüfstand

Zu den Zielen Melcherts zählt nter anderem, sich den Praxisinhabern als verlässlicher Partner zu präsentieren und die Marktposition im Hamburger Randgebiet zu stärken. Die Regio Kliniken hatten unter ihrer früheren Leitung eine expansive MVZ-Politik betrieben und sich damit den Unmut vieler einweisender Ärzte zugezogen. Zugleich war das Unternehmen in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. Seit Anfang 2010 halten die Sana Kliniken die Mehrheit an dem defizitären Klinik-Unternehmen im Süden Schleswig-Holsteins. Der neue Regio-Chef Melchert hofft mit der jetzt präsentierten Bilanz, einen Schlussstrich unter die defizitäre Vergangenheit der Häuser ziehen zu können.

Danach haben die Regio Kliniken im vergangenen Jahr einen operativen Verlust in Höhe von 12,1 Millionen Euro erwirtschaftet, hinzu kommt ein Minus der Tochterunternehmen von 12,8 Millionen Euro sowie Bilanzrisiken von fast 56 Millionen Euro.

"Durch die Berücksichtigung dieser Risiken im Jahresabschluss haben wir ab 2010 ein stabiles Fundament für die Zukunft der Regio Kliniken. Damit ist der Weg bereitet für einen erfolgs- und zukunftsorientierten Neuanfang, der Arbeitsplatzsicherung, verbesserte Leistungen für Patienten und die Weiterentwicklung der Topmedizin zum Ziel hat", sagte Melchert. Die Berücksichtigung der Risiken in der Bilanz sei vorgeschrieben, habe aber keine direkten Auswirkungen auf das operative Geschäft. Melchert betonte auch, dass für den Kreis aus seiner Stellung als Mit-Gesellschafter der Regio Kliniken GmbH aus dem Bilanzverlust keine Nachschusspflicht entsteht.

Ab 2012 will der Klinikbetreiber wie der profitabel arbeiten

Melchert erwartet, dass das operative Defizit zur Jahreswende voraussichtlich halbiert wird. Profitabel arbeiten werden die Kliniken nach seiner Einschätzung voraussichtlich ab 2012. Seit Jahresbeginn hat der neue Mehrheitsgesellschafter rund 5 Millionen Euro investiert, unter anderem in die Diagnostikausstattung in den drei Kliniken, in neue EDV-Systeme und in die Gebäude. Sana hat sich im Kaufvertrag verpflichtet, bis 2012 insgesamt 15 Millionen Euro in die Regio-Klinken GmbH zu investieren. Zugleich bekräftigte Melchert die Zusage, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten.

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