Ärzte Zeitung, 29.03.2011

Verschiebung der AKR noch auf der Kippe

DÜSSELDORF (iss). Auch wenn viele Ärzte davon ausgehen - die Verschiebung der Ambulanten Kodierrichtlinien (AKR) ist noch längst nicht ausgemacht.

Neben dem Starttermin 1. Januar 2012 diskutieren die Kassenärztlichen Vereinigungen zwei weitere Varianten: Die Umsetzung der AKR wie ursprünglich geplant am 1. Juli 2011 und eine Regionalisierung des Themas.

Knackpunkt der Diskussion ist die Ankündigung der Kassen, dass eine spätere Umsetzung finanzielle Folgen hätte. Die Rede ist von 400 Millionen Euro, die bei einer Verschiebung um ein halbes Jahr an der künftigen Gesamtvergütung fehlen würden.

Die KVen sind noch uneins, wie sie mit diesem Aspekt umgehen wollen. Deshalb kam der Vorschlag, die Entscheidung den Regionen zu überlassen, auch wenn das kaum praktikabel erscheint.

Dem Vernehmen nach könnte bereits am Donnerstag dieser Woche eine Entscheidung fallen.

Lesen Sie dazu auch:
Köhlers dritter Weg für die Kodierrichtlinien: Regionalisierung

[30.03.2011, 14:40:10]
Dr. Uwe Wolfgang Popert 
pathologische Entwicklung
Das Beste, was man über die AKR sagen kann, ist, dass sie die konsequente Weiterentwicklung einer Kodierung ist, die von und für Pathologen geschaffen wurde.
Die von der KBV versprochenen praxisnahen Erleichterungen sind noch weitgehend unbekannt und nicht getestet. Der bayrische Pilottest der AKR - obwohl bewusst unvollständig und irreführend geplant- endete in einem Desaster.

Selbst wenn die Kassen mehr Honorar für mehr Diagnosen ausgeben würden - für eine realistische zusätzliche tägliche Arbeitsbelastung von 30-60min je Praxis wären etwa 5 Mrd. € pro Jahr (!) nötig. Davon war noch nie die Rede.
Allerdings ist dieses Szenario ohnehin unrealistisch - die Kassen und die Politik setzen auf Umverteilung statt Zusatzhonorare.

Also unterm Strich: mehr Bürokratie und Personalkosten = weniger Geld und weniger Zeit. Ob das die KV-Vorstände ihrer Basis verkaufen können?
 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Gefälschter Gentest-Befund narrt Ärzte

Auch einem Gentest darf man nicht immer glauben, zumindest nicht dem Papier mit dem Befund. Denn das lässt sich leicht manipulieren. So machte eine Patientin aus "keine Mutation" mal eben "eine Mutation". mehr »

Wenn Kinder zu erwachsenen Patienten werden

Die bessere Vernetzung spezialisierter Zentren ist nur ein Schritt, um junge Patienten mit seltenen Erkrankungen optimal zu behandeln. Zu selten wird noch ein strukturierter Übergang von der Kinder- in die Erwachsenenmedizin bedacht. mehr »

Fasten wird immer beliebter

Noch sind viele im Faschingstaumel. Doch wenn am Aschermittwoch die Fastenzeit beginnt, sind viele Deutsche bereit, sich sieben Wochen im Verzichten zu üben. Fasten-Favorit ist Alkohol. mehr »