Ärzte Zeitung, 26.05.2011

Interview

"Die Praxis-Automation per iPad regeln - das ist heute möglich"

Die gesamte Gebäudetechnik einer Praxis mittels Touchdisplay zentral zu steuern, das ist nicht nur komfortabel. Es kann auch helfen, Kosten zu senken. Dabei lassen sich auch spezielle Urlaubsszenarien programmieren.

Ärzte Zeitung: Ein Praxisinhaber möchte seine Gebäudetechnik bald vom Empfang aus via Touchpanel steuern - er beauftragt Sie. Wie laufen die Projektphasen ab, beraten Sie beispielsweise immer vor Ort?

Dipl.-Ing. (FH) Zenon Schymiczek

"Die Praxis-Automation per iPad regeln - das ist heute möglich"

© privat

Aktuelle Position: Der Diplom-Ingenieur und Automatisierungs­spezialist Zenon Schymiczek ist in der Produkt­entwicklung und Kundenberatung für die Cibek GmbH im rheinland-pfälzischen Limburgerhof tätig. Sie bietet Komplettlösungen für die Gebäudetechnik.

Werdegang: Zenon Schymiczek studierte an der Fachhochschule Mannheim Ingenieurswesen. Er spezialisierte sich auf den Bereich Automatisierungstechnik und schloss im Jahr 2001 sein Studium erfolgreich ab. Seit 2001 entwickelt und berät er für Cibek.

Zenon Schymiczek: Der Ablauf eines Projektes kann folgendermaßen aussehen: Der Kunde kommt, gern zusammen mit seinem Architekten, Planer oder Elektriker, zu einem Gespräch in unser Musterhaus in Limburgerhof.

Mit der dort installierten Technik können wir auch komplexe Szenarien praxisgerecht abbilden und vorführen. Danach reden wir über die gewünschte Funktionalität in den Räumlichkeiten sowie darüber, welche Rolle wir in diesem Projekt übernehmen sollen.

Bei diesem Gespräch machen wir auch die sogenannte Schnellkalkulation. Sie dient als Orientierung, wie hoch die Kosten für die Gebäudeautomation sein werden. Danach kann der Kunde über den Umfang des Einsatzes von Gebäudeautomation entscheiden - und wir können mit der Planung und Vorbereitung der Arbeiten beginnen.

Ärzte Zeitung: Welche Anwendungen möchten Kunden am häufigsten automatisieren?

Schymiczek: Zu den häufigsten Anwendungen gehören die Lichtsteuerung, Jalousie- und Rollladensteuerung, also Beschattung, sowie die individuelle Regelung der Heizung in den einzelnen Räumen. Und in immer mehr Arztpraxen sind die Musik- oder Rufanlagen mit der Gebäudeautomation verknüpft.

Ärzte Zeitung: Wer installiert die technischen Komponenten wie Sensoren oder Bedien- Panels?

Schymiczek: Die Montagearbeiten werden von Elektrofirmen durchgeführt. Wir können auch beraten, wer erfahren ist, diese Installationen vorzunehmen. Zu einem festgelegten Zeitpunkt kommen wir dann auf die Baustelle, überwachen die Verdrahtung und übernehmen später die Inbetriebnahme der Geräte.

Ärzte Zeitung: Wo installieren Sie die Bedienelemente?

Schymiczek: Die Displays werden meistens am Empfang in die Möbel integriert oder hängen als Einbaugeräte an der Wand hinter dem Empfang. Von uns entwickelte 3-D-Hintergrundbilder bilden die Praxisräume mit den einzelnen Anwendungen anschaulich ab und erleichtern die Bedienung.

Und: Seit kurzem ist auch eine Steuerung über das iPad möglich! Hierfür haben wir Apps programmiert, die es ermöglichen, das eigene iPad als Touchpanel zu nutzen.

Ärzte Zeitung: Wo liegt gerade für Arztpraxen der Vorteil, Gebäudeautomation zu implementieren?

Schymiczek: Meiner Ansicht nach in der Möglichkeit, mit Szenarien zu arbeiten. Dabei werden für verschiedene Situationen oder Tageszeiten entsprechende Szenarien entwickelt, bei denen die Beleuchtung, Rollläden, Jalousien, Heizung, Musikanlage entsprechend eingestellt werden.

Zum Beispiel das Szenario ‚Kommen‘: dabei werden alle Rollläden oder Jalousien hochgefahren, die Leuchten am Empfang und in den Warteräumen eingeschaltet, gegebenenfalls die Effektbeleuchtung mittels LED aktiviert, die Heizung auf Komforttemperatur eingestellt, die Musikanlage aktiviert.

Beim Szenario ‚Gehen‘ passiert das Gegenteil: Jalousien fahren herunter, die Heizung schaltet auf Stand-by oder Nachtbetrieb um, die Musik verstummt. Während des Praxisbetriebs kann man selbstverständlich alle Anwendungen individuell anpassen.

Auch Wochenend- oder Urlaubs-Szenarien sind programmierbar, die beispielsweise die Heizung deutlich herunterregulieren. Das hilft natürlich, Energiekosten zu senken - ein wichtiger Aspekt, weshalb sich heute Eigentümer oder Betreiber für Gebäudeautomation entscheiden.

Ärzte Zeitung: Wie intensiv müssen Sie die Anwender schulen?

Schymiczek: Eine Schulung für die Mitarbeiter ist meistens nicht notwendig, da die Technik intuitiv bedienbar und selbst erklärend ist - auch dank der anschaulichen 3-D-Hintergrundbilder für die Touchpanels. Eine kurze Einweisung genügt in vielen Fällen. Natürlich wird die Technik dokumentiert, und falls notwendig, schreiben wir auch eine Bedienungsanleitung.

Das Gespräch führte Sabine Henßen.

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