Ärzte Zeitung online, 27.05.2011

Arzthaftpflicht-Versicherer der Axa laufen die Kunden weg

KÖLN (iss). Die drastischen Prämienerhöhungen der Deutschen Ärzteversicherung (DÄV) haben viele Ärzte in die Arme der Konkurrenz getrieben. "Wir haben zwischen 80 und 90 Prozent der betroffenen Kunden verloren", sagte Dr. Markus Hofmann, der zuständige Vorstand der Axa-Gruppe, zu der die DÄV gehört.

Arzthaftpflicht-Versicherer der Axa laufen die Kunden weg

Axa: Prämienerhöhung verscheuchen die Kunden der Tochter DÄV.

© dpa

Die DÄV hatte 2009 ihren Bestand in der Arzthaftpflicht überprüft, zu dem auch die Verträge der DBV-Winterthur gehören. Das Geschäft war für den Versicherer hoch defizitär, er gab doppelt so viel für Schäden aus, wie er an Prämien einnahm. Die Konsequenz: Rund 65 Prozent der Kunden wurden vor die Alternative gestellt, entweder deutlich höhere Prämien zu zahlen oder den Vertrag zu beenden.

Von diesen rund 110.000 Ärzten entschied sich die überwiegende Mehrheit für den Wechsel zu einem anderen Anbieter. Der Axa hat es offensichtlich nicht geholfen, dass viele ärztliche Berufsverbände und Standesorganisationen Verständnis für die Maßnahme geäußert hatten.

"Es gibt genug Kapazität im Markt", sagte Hofmann. Aus Wettbewerbsgründen seien einige Anbieter offenbar bereit, die Prämien noch zu unterbieten, die bei der Axa eindeutig nicht kostendeckend gewesen seien.

Im vergangenen Jahr musste der Versicherer in der Arzthaftpflicht einen Einbruch der Prämieneinnahmen von 77 Millionen Euro auf knapp 40 Millionen Euro hinnehmen. Die Axa verzeichnete in dieser Sparte eine Schadenquote von 235 Prozent, das heißt pro 100 Euro Prämieneinnahme musste sie 235 Euro für Schäden ausgeben. In der Arzthaftpflicht gibt es lange Nachhaftungszeiten. Das heißt, die Axa muss auch für Schäden von Ärzten zahlen, die gar nicht mehr ihre Kunden sind.

Dem Versicherer gelingt es, neue Kunden zu gewinnen, insbesondere bei jungen Ärzten. "Die neu gezeichneten Verträge verlaufen deutlich besser", sagte Hofmann.

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