Ärzte Zeitung, 08.07.2011

Der Standpunkt

Portale - auch für Ärzte wichtig

Von Hauke Gerlof

Hauke Gerlof

Portale - auch für Ärzte wichtig

© Illian

Der Autor ist stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Wirtschaft der "Ärzte Zeitung".

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Die Unterschiede sind frappierend: Nach Einschätzung von Ärzten haben Arztbewertungsportale laut Umfrage des IFABS Instituts keine große Bedeutung für Praxen, auch auf mittlere Sicht.

Bei Medizinischen Fachangestellten (MFA) und bei Patienten ergibt sich dagegen ein ganz anderes Bild: Beide Gruppen nehmen die Portale viel wichtiger als Ärzte. Wer hat Recht?

In gewissem Sinne beide: Ärzte wissen, dass in den Portalen ihr Kerngeschäft - Diagnostik und Therapie - von den Patienten nicht beurteilt werden kann und in seriösen Portalen auch nicht beurteilt wird. Stammpatienten, die so ein Portal konsultieren, werden eher der eigenen Erfahrung mit dem Arzt vertrauen als Bewertungen durch Menschen, die sie nicht kennen.

Für Patienten, die schon einen guten Arzt haben, sind diese Portale damit weniger wichtig. Die Ärzte haben also Recht mit ihrer Einschätzung.

Doch das ist nur eine Seite der Medaille. Für Menschen, die auf der Suche nach einem neuen Arzt sind, können Bewertungsportale dagegen ein wichtiges Entscheidungskriterium sein, eine Praxis zum ersten Mal aufzusuchen - das ist zum Teil auch heute schon so. Für diese Fälle liegen MFA und Patienten mit ihrer Einschätzung richtig.

Die Schlussfolgerung für Ärzte, die auf Dauer mit ihrer Praxis erfolgreich sein wollen, kann nur lauten, dass Arztbewertungsportale im Internet - und das gilt im Übrigen auch für andere Aktivitäten im Web, etwa Facebook, YouTube oder auch Online-Werbung - ein relevanter Teil der Marketing-Strategie werden sollten.

Patienten werden immer internet-affiner, und die überregionale Mobilität vieler junger Menschen ist hoch. Sie alle müssen sich an neuen Orten einen neuen Arzt ihres Vertrauens suchen - und gehen dafür ins Internet.

Daher wird die Bedeutung von Marketing-Aktivitäten im Internet für Praxen immer weiter wachsen. Auch junge Patienten werden irgendwann zu Stammpatienten. Hausärzte, vor allem in Ballungsgebieten, die diese Entwicklung nicht berücksichtigen, manövrieren sich auf längere Sicht ins Abseits.

Lesen Sie dazu auch:
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