Ärzte Zeitung, 09.08.2011

Kommentar

Chance für Ärzte und Patienten

Von Anne-Christin Gröger

Die Erhebung des Instituts für Arbeit und Technik sollte optimistisch stimmen: 73 Prozent der Befragten zwischen 45 und 65 Jahren sind der Meinung, an erster Stelle selbst für ihre Gesundheit verantwortlich zu sein. Wer die Studie aber genauer ansieht, stellt fest, dass Vorsorge und gesunde Lebensweise noch immer vor allem vom Einkommen abhängen.

Je geringer das monatliche Budget, desto weniger Vorsorge betreiben die Patienten von sich aus, sei es in Form von gesunder Ernährung oder dem Verzicht auf Alkohol. Je höher Einkommen und Bildungsstand, desto ausgeprägter das Gesundheitsbewusstsein.

Kassen und Ärzte beobachten es schon lange: Präventionskurse bei Krankenkassen und Vorsorgeuntersuchungen besuchen vor allem Menschen, denen die Bedeutung einer gesunden Lebensweise ohnehin bewusst ist. Diejenigen, die weniger gesund leben und bei denen Aufklärung dringend notwendig wäre, nehmen die Angebote noch zu selten wahr.

Fast 35 Prozent der Befragten setzen auf den Hausarzt, wenn es um die Gesundheitsförderung geht. Ein großer Teil von ihnen stammt aus unteren Einkommensklassen. Ärzte sollten die Chance nutzen, gerade diese Patienten zu erreichen und für Prävention zu sensibilisieren.

Lesen Sie dazu auch:
Prävention: Jeder dritte Patient sieht Hausärzte in der Pflicht

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Künstliche Herzklappe raubt oft den Schlaf

Fast ein Viertel aller Patienten mit einer mechanischen Herzklappe klagt über Schlafstörungen. Die Ursache hat eine einfache Erklärung. mehr »

Alle wichtigen Videos vom Ärztetag

Digitalisierung, Angst vor Veränderung, Wunschminister: Die Ärztezeitung fasst für Sie die wichtigen Themen von Tag 1 und 2 des Ärztetags in kurzen Videos zusammen. mehr »

"Digitalisierung lässt sich nicht klein hoffen"

Die Digitalisierung lässt sich nicht aufhalten, die Ärzte sollten sich daher aktiv daran beteiligen, appellierte der Blogger Sascha Lobo auf dem Ärztetag. mehr »