Ärzte Zeitung online, 12.08.2011

15 thüringischen Fortbildungsmuffeln droht jetzt das Aus

WEIMAR (rbü). Sieben Jahre, nachdem die Fortbildungspflicht eingeführt wurde, droht in Thüringen nun erstmals 15 Ärzten der Entzug der Zulassung. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KVT) haben die betroffenen Ärzte auch nach dem vorgeschriebenen Honorarabzug von zuerst zehn, anschließend 25 Prozent nicht die nötigen Nachweise erbracht.

15 thüringischen Fortbildungsmuffeln droht jetzt das Aus

Dr. Thomas Schröter ist zweiter Vorsitzender der KVT.

© privat

In ersten Anhörungen, zu denen die KV eingeladen hatte, habe sich jedoch gezeigt, dass es sich meist um Kollegen über 60 Jahre "mit dem Ruhestand vor Augen" handelt, erklärte Dr. Thomas Schröter, zweiter Vorsitzender der KVT. "Sie haben die Nachweispflicht nicht mehr ernst genommen, die Fortbildung aber schon."

In einigen Fällen wollten die Ärzte längst im Ruhestand sein, bevor die schmerzhaften Honorarkürzungen und der Entzug der Zulassung (Paragraf 95d SGB V) droht, doch die Suche nach einem Nachfolger habe sie dann zum Weitermachen veranlasst.

Mehreren Ärzten hätten zudem nur wenige Punkte gefehlt, die sie jetzt nachgereicht haben, so Schröter. "Ich glaube nicht, dass am Ende ein Entzug notwendig ist."

Kritik an den scharfen Sanktionen

Gleichzeitig kritisierte er die scharfen Sanktionen: "Der Zulassungsentzug ist zu drastisch und als Maßnahme unverhältnismäßig." Normalerweise drohe sie nur, wenn ein Arzt drogenabhängig ist. Ihn ärgere an diesem "obsoleten, immer noch gültigen Gesetz" vor allem, dass es keine Ermessensspielräume lasse.

Die Frage, warum ein KV-Mitglied seiner Fortbildungspflicht nicht nachkommen konnte, finde keine Berücksichtigung. Im Extremfall könne es zu einer Schließung von Praxen in ohnehin unterversorgten Gebieten kommen, weil sich der Arzt wegen chronischer Überlastung infolge hoher Patientenzahlen nicht genug um die Fortbildung gekümmert habe.

"Solche Gesetze brauchen wir nicht, die die Kollegen mit noch mehr Bürokratie überzieht", meint Schröter. Dies belege auch die hohe Fortbildungsquote von bundesweit über 99 Prozent der KV-Mitglieder, die nach fünf Jahren mindestens 250 Punkte erreicht haben.

[13.08.2011, 13:48:30]
Dipl.-Med Wolfgang Meyer 
Was soll dann die plakativ negative Überschrift?
Wenn man die Details von Seiten der KV Thüringens liest, ist die Überschrift nur schwer nachzuvollziehen. Kein Aushängeschild für guten
Fachjournalismus, der auch in Überschriften zum Ausdruck kommt und kommen sollte! zum Beitrag »

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