Ärzte Zeitung, 06.10.2011

Kommentar

Warnsignal für Ärzte

Von Ilse Schlingensiepen

Die Daten der Ärzteversorgung Westfalen-Lippe sind erschreckend: Bei den Gründen für die Berufsunfähigkeit dominieren Sucht- und andere psychische Erkrankungen.

Zwar nimmt auch in anderen Berufen die Bedeutung dieser Krankheiten zu, aber sie erreicht dort kein vergleichbares Ausmaß.

Auch wenn die Zahlen nicht verraten, welche konkrete Ursache der Abschied vom Arbeitsleben im Einzelfall hat, zeigen sie doch eins: Für die meisten der betroffenen Ärzte haben die Belastungen in Klinik oder Praxis das Maß des Tragbaren überschritten.

Gerade Burn-out ist eine Bedrohung für professionelle Helfer. Hinzu kommen andere Faktoren wie der wachsende finanzielle Druck und die - tatsächliche oder gefühlte - mangelnde Wertschätzung.

Zum Glück ist nur eine vergleichsweise geringe Zahl der Ärzte so krank, dass sie ihren Beruf nicht mehr ausüben kann.

Wenn aber Alkoholismus, Burn-out und andere psychische Faktoren den Ausschlag für den Ausstieg geben, sollte das auch ein Warnsignal für die Mehrheit sein.

Lesen Sie dazu auch:
Sucht und Psyche treiben Ärzte in die Frührente

Lesen Sie dazu auch:
Ärzte investieren kräftig in die berufliche Altersvorsorge

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Gluten kann auch Reizdarm verursachen

Wenn Reizdarmpatienten, die nicht an Zöliakie leiden, über glutenabhängige Beschwerden klagen, kann das ein Noceboeffekt sein. Es kann sich aber um etwas anderes handeln. mehr »

Entlassmanagement krankt an schlechter Kommunikation

Kaum in Umlauf, gerät der Medikationsplan in die Kritik. Ärzte fordern, Webfehler im System zu beheben. mehr »

So hoch ist der Diabetiker-Anteil in den 16 Bundesländern

In Deutschland leben mehr Menschen mit Diabetes als bisher geschätzt: Inzwischen leidet rund jeder zehnte GKV-versicherte Bundesbürger an Diabetes. mehr »