Ärzte Zeitung, 29.11.2011

KV Bremen warnt vor Fehlern in der Arznei-Datenbank

NEU-ISENBURG (eb). Ärzte sollten bei Verordnungsinformationen aus der ifap-Datenbank zu den Wirkstoffen Olanzapin und Valsartan derzeit aufmerksam sein, rät die KV Bremen auf ihrer Website.

Nach Mitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) habe der Datenbank-Anbieter ifap zum wiederholten Male die Preise für bestimmte Präparate der Generikafirmen ratiopharm, CT und ABZ-Pharma zu niedrig ausgewiesen sowie Präparate anderer Hersteller noch nicht aufgenommen.

Zunächst habe das nur den Wirkstoff Olanzapin zum Zeitpunkt des Patentablaufs betroffen. Ifap habe in seiner Stellungnahme mitgeteilt, dass es sich hierbei um ein Versehen handeln würde und habe die Daten in einem Sonder-Update im November 2011 korrigiert, so die KV Bremen.

Zwischenzeitlich sei aber ein neues Problem aufgetaucht: In der Datenbank würden die Daten für die Präparate mit dem Wirkstoff Valsartan falsch angezeigt.

Auch bei Valsartan sei der Patentschutz vor Kurzem ausgelaufen, erklärt die KV Bremen. Die ifap-Datenbank ist in viele Praxisverwaltungssysteme integriert.

[01.12.2011, 15:22:51]
Rebekka Höhl 
Fehler in der Berichterstattung
Zu dem Beitrag "KV Bremen warnt vor Fehlern in der Arznei-Datenbank" hat die Redaktion der "Ärzte Zeitung" folgender Brief erreicht:


Bezugnehmend auf den Artikel in der Ärztezeitung vom 29.11.2011 möchten wir wie folgt Stellung nehmen.

Eine Aktualisierung des Datenstandes der verschiedenen Arztinformationssysteme, die mit der ifap-Datenbank arbeiten, erfolgt einmal am Anfang eines jeden Quartals über das Einspielen einer Aktualisierungs-CD. Durch das Instrument der sogenannten Tagesfreischaltung ist es möglich, Preise für Produkte aufnehmen zu lassen, die erst an einem Tag innerhalb des jeweiligen Quartals eingeführt werden. Dieses Instrument wird allen Pharma-Firmen als optionaler Service angeboten; die Entscheidung darüber, ob eine Firma diesen Service in Anspruch nehmen will, obliegt alleinig der Entscheidung der jeweiligen Firma. Es ist im konkreten Fall also durchaus möglich, dass Valsartan-Produkte anderer Anbieter im 4. Quartal nicht angezeigt werden.

Das Instrument der Tagesfreischaltung wird von ratiopharm wie auch von vielen anderen Generika-Anbietern dazu genutzt, den Ärzten vom ersten Tag eines Patentablaufs an eine einfache Möglichkeit zur Verordnung preisgünstiger Generika zu bieten. Dies führt zu einer deutlich schnelleren generischen Konversion und damit zu enormen Einsparungen für das Gesundheitssystem. Daher ist es aus unserer Sicht nicht zu verstehen, dass die Tagesfreischaltung Gegenstand von Kritik sein kann.

Wie bereits beschrieben, erfolgt eine Aktualisierung der Arztsoftware nur einmal pro Quartal über eine Aktualisierungs-CD (d.h. mit einem statischen Datenstand). Aus diesem Grund ist es nicht möglich die 14-tägigen Preisanpassungen der Lauer-Taxe in der Arztsoftware adäquat abzubilden. Auch die per Tagesfreischaltung gemeldeten Preise können nur einen und nicht jeden Preisstand eines Quartals wiedergeben. Die Preise von Valsartan-ratiopharm liegen per Preismeldung Lauer-Taxe 15.12.2011 im Übrigen bereits unter den in der ifap-Datenbank angegebenen Preisen und nicht wie im Artikel beschrieben darüber.

Wir weisen an dieser Stelle auch noch einmal darauf hin, dass es sich sowohl bei den in den Arztinformationssytemen als auch bei den in der Lauer-Taxe hinterlegten Preisen um Brutto-Preise handelt. Diese berücksichtigen nicht, ob für ein Produkt (Portfolio-)Rabattverträge bestehen und/oder ob für ein Produkt Herstellerrabatte zu zahlen sind. Der Brutto-Preis lässt somit auch keinen Rückschluss auf den Netto-Preis (Brutto-Preis abzüglich aller Rabatte) und damit auf die von den Krankenkassen zu tragenden Kosten zu. Da Valsartan-ratiopharm Bestandteil vieler Portfolio-Rabattverträge ist liegt der Netto-Preis hier immer noch einmal unter den in ifap oder Lauer-Taxe sichtbaren Brutto-Preisen.

Mit freundlichen Grüßen / Kind regards

Sven Dethlefs
Geschäftsführer ratiopharm GmbH zum Beitrag »

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