Ärzte Zeitung, 19.12.2011

Tipps für die Arzthelferin

Jahresende: Zeit der guten Vorsätze - auch in der Arztpraxis

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Das ist für Praxen die Chance, sich für 2012 schlagkräftig aufzustellen.

Von Theresia Wölker

Jahresende: Zeit der guten Vorsätze - auch in der Arztpraxis

Bei der letzten Teamsitzung in der Arztpraxis sollten die Wünsche der Angestellten und Ärzte auf der Tagesordnung stehen.

© Aletia / shutterstock.com

Nächstes Jahr wird alles besser - hoffentlich. In vielen Praxen wird dieser Wunsch - ob ausgesprochen oder nicht - auf Seiten der Medizinischen Fachangestellten (MFA) wie auch der Ärzte vorhanden sein. Doch: Von alleine geht gar nichts.

Das Jahresende ist die traditionelle Zeit, in der sich die Menschen in Deutschland gute Vorsätze für das nächste Jahr geben - privat wie geschäftlich. Damit das Optimierungspotenzial im zwischenmenschlichen wie im organisatorischen Bereich im Praxisteam gehoben werden kann, muss jetzt bereits gehandelt werden.

Spätestens in der letzten Teambesprechung sollten die Wünsche der Angestellten wie auch der Ärzte auf die Tagesordnung, um Bilanz über das laufende Jahr zu ziehen und somit Schwachstellen im Praxisalltag offenzulegen.

Wichtig dabei ist, dass die Praxisleitung rechtzeitig vor der letzten Teamsitzung im Jahr auf diesen Tagesordnungspunkt hinweist. So können sich alle Beteiligten vorbereiten und sich schriftlich auf ihre Kritik und Verbesserungsvorschläge vorbereiten. Das schriftliche, formlose Back-up hilft dann, wenn zum Beispiel vor Aufregung plötzlich der rote Faden verloren geht.

Auf der Suche nach sinnvollen Veränderungsprozessen in der Praxisorganisation und im -alltag steht nicht unbedingt immer der große Wurf oder der radikale Umbau bestehender Strukturen.

Vielmehr sind es meist kleine Schritte, die zum großen Erfolg führen. Auch sollten MFA wie Ärzte bedenken, ob ihre Vorschläge unter den gegebenen Rahmenbedingungen realisierbar sind oder wieviel Investitionsbedarf nötig wäre, um die Änderung zu implementieren.

Grundsätzlich sollte es keine Denkverbote geben, wenn es darum geht, im Team den Praxiserfolg im kommenden Jahr zu steigern.

Die Optimierung des Praxisgeschehens ist ein kontinuierlicher Prozess. So können manche Dinge nicht per Knopfdruck verändert werden. Daher sollte die erste Teambesprechung im neuen Jahr dazu genutzt werden, die - am besten schriftlich protokollierten - Ideen vom Jahresende erneut aufzugreifen.

Dazwischen hatten alle Mitglieder des Praxisteams Zeit, sich Gedanken über Chancen und Risiken der eigenen sowie der Vorschläge der Kollegen wie auch der Praxisleitung zu machen.

Praxisteams, die bei ihren Wunschlisten partout nicht auf einen grünen Zweig kommen, können sich zumindest eines als guten Vorsatz für 2012 ins Gewissen schreiben: eine Patienten-Umfrage.

Mit diesem zur regelmäßigen Anwendung zu empfehlenden Feedback-Instrument können Praxisteams erfahren, wo Patienten Defizite und Optimierungsbedarf an der Rezeption, im Wartezimmer oder auch in der Arzt- beziehungsweise Praxis-Patienten-Beziehung sehen und Anregungen geben.

Zur Person: Theresia Wölker aus Bendorf ist Personaltrainerin und Beraterin für Praxisteams.

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