Ärzte Zeitung, 08.02.2012

Interview

"Erhoffe mir mehr Synergieeffekte"

In der überörtlichen Berufsausübungsgemeinschaft "Synia-Hausarztpraxen" kooperiert Dr. Thomas Soballa mit sechs Kollegen. Der ÜBAG-Geschäftsführer berichtet im Interview, was die Gemeinschaft ihren Ärzten bietet und welche Herausforderungen zu meistern sind.

Ärzte Zeitung: Was hat Sie veranlasst, sich auf eine überörtliche Berufsausübungsgemeinschaft einzulassen?

Soballa: Ein kurzfristiger Vorteil ist, dass sich alle ÜBAG-Ärzte die Arbeit teilen.

Es kümmert sich einer um die EDV, ein anderer um die Buchhaltung, ein Dritter um die Abrechnung und nicht mehr jeder um alles.Darüber hinaus können Geräte gemeinsam genutzt, der Einkauf zusammen getätigt und ein Beauftragter für Qualitätsmanagement benannt werden.

Ärzte Zeitung: Und was ist auf lange Sicht vorteilhaft?

Soballa: Die Suche nach einem Praxisnachfolger wird später garantiert einfacher. Heute wollen sich junge Kollegen lieber in einem Team niederlassen als alleine herum zu wurschteln. Bei uns kann man auf ein bestehendes Netzwerk zurückgreifen. Des Weiteren werden wir künftig Teilzeit- und Weiterbildungsstellen anbieten und die Mitarbeiter in allen Praxen der ÜBAG einsetzen.

Ärzte Zeitung: Wie viel Zeit müssen Sie persönlich in die ÜBAG als Geschäftsführer investieren?

Soballa: Ich habe natürlich viele Besprechungstermine und Telefonate. Dazu kommen noch Recherchen und das Nachlesen, was Betriebswirtschaft und EDV angeht. Zurzeit müssen für eine große ÜBAG Controlling-Instrumente entwickelt und Ideen zur Geschäftsentwicklung formuliert werden.

Aber ich bin ja nicht allein, sondern habe meine Kollegen, die mich unterstützen. Für diese Woche würde ich den zeitlichen Aufwand auf acht bis zehn Stunden schätzen.

Ärzte Zeitung: Was hat sich für Sie im vergangenen Jahr konkret geändert? Was erhoffen Sie sich?

Soballa: Es gab eine Softwareumstellung. Wir arbeiten jetzt mit einem Rechenzentrum, an das alle anderen Praxen auch angeschlossen werden. Ansonsten erfolgen Änderungen in kleinen Schritten.

Ich erhoffe mir für die Zukunft, durch mehr Synergien mit den Kollegen mehr Zeit für meine "medizinischen Hobbys" wie Sportmedizin und Osteopathie zu gewinnen.

Ärzte Zeitung: Wie soll sich Synia entwickeln? Was sind Ihre Ziele für 2012?

Soballa: Die überörtliche Berufsausübungsgemeinschaft muss größer werden, damit wir mehr Synergieeffekte haben. Die nächsten drei Ziele sind drei weitere Praxen, die wir dieses Jahr in Synia aufnehmen wollen. Damit werde ich bis Ende des Jahres ausgelastet sein.

Das Gespräch führte Marion Lisson.

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