Ärzte Zeitung online, 14.01.2014

Kürzere Wartezeiten

Mit A- und B-Überweisungen schneller zum Facharzt

In die Diskussion über zu lange Wartezeiten beim Facharzt hat sich die KV Mecklenburg-Vorpommern eingeschaltet. Sie verweist auf ihr eigenes Modell, das mit Erfolg Patienten schneller zum Facharzt bringt - mittels A- und B-Überweisungen.

Von Dirk Schnack

Mit A- und B-Überweisungen schneller zum Facharzt

Überweisung zum Facharzt: In Mecklenburg-Vorpommern hat man gute Erfahrungen mit A- und B-Überweisungen gesammelt.

© Marco Drux / fotolia.com

SCHWERIN. Die KV Mecklenburg-Vorpommern hat die von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) angekündigten Bemühungen um eine zügige Vermittlung zur medizinischen Versorgung begrüßt.

Zugleich bringt die KV im Nordosten ein eigenes Modell ins Spiel, das sich nach ihren Angaben "bestens bewährt" hat.

Das 2008 gestartete Modell räumt den überweisenden Ärzten die Möglichkeit ein, Terminanfragen in A- und B-Kategorien einzuteilen.

Patienten mit hochakuten Erkrankungen erhalten eine A-Überweisung und werden innerhalb eines Werktages vom Facharzt übernommen.

B-Termine werden an Patienten vergeben, bei denen sich bei einer laufenden Therapie eine Verschlechterung des Gesundheitszustands eingestellt hat. Diese Patienten erhalten innerhalb einer Woche einen Facharzttermin.

"Dadurch wird zwischen der gefühlten Dringlichkeit einer Behandlung vom Patienten und der tatsächlichen medizinischen Dringlichkeit unterschieden, weil immer ein Arzt sie einschätzt", teilte die KV hierzu mit.

Positive Resonanz

Die überweisende Praxis schickt relevante Hintergrundinformationen wie etwa diagnostische Maßnahmen und vorangegangene Therapien mit, die übernehmende Praxis koppelt Befunde und Behandlungsergebnisse an den überweisenden Arzt zurück.

Nach Angaben des KV-Vorstandsvorsitzenden Dr. Wolfgang Eckert hat das Modell dazu geführt, dass sich die Wartezeiten für Patienten mit dringendem Behandlungsbedarf deutlich verringert haben.

Seit 2011 ist das Überweisungsmodell auch Bestandteil von Vereinbarungen mit der AOK Nordost, der Techniker Krankenkasse und zahlreichen Betriebskrankenkassen.

Die Ärzte erhalten seitdem für Versicherte dieser Kassen bei einer A-Überweisung acht Euro (Überweisungsnehmer: zehn Euro) und fünf Euro (Überweisungsnehmer: sechs Euro) bei einer B-Überweisung.

"Wir gehen davon aus, dass das Modell die Versorgungssituation verbessert hat", sagte ein Sprecher der TK in Schwerin. Er verwies darauf, dass das Modell rund 1400 TK-versicherten Patienten pro Quartal einen schnelleren Termin ermöglicht hat.

Auch die AOK Nordost bestätigte auf Anfrage der "Ärzte Zeitung" die positive Einschätzung der KV. Die Körperschaft hofft, dass sich weitere Krankenkassen an dem Modell beteiligen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Gluten kann auch Reizdarm verursachen

Wenn Reizdarmpatienten, die nicht an Zöliakie leiden, über glutenabhängige Beschwerden klagen, kann das ein Noceboeffekt sein. Es kann sich aber um etwas anderes handeln. mehr »

Entlassmanagement krankt an schlechter Kommunikation

Kaum in Umlauf, gerät der Medikationsplan in die Kritik. Ärzte fordern, Webfehler im System zu beheben. mehr »

So hoch ist der Diabetiker-Anteil in den 16 Bundesländern

In Deutschland leben mehr Menschen mit Diabetes als bisher geschätzt: Inzwischen leidet rund jeder zehnte GKV-versicherte Bundesbürger an Diabetes. mehr »