Ärzte Zeitung online, 13.05.2014

Schneller zum Facharzt

Mit A- und B-Überweisungen klappt's

Das in Mecklenburg-Vorpommern erprobte Modell mit A- und B-Überweisungen macht deutlich, dass Ärzte mit dem Instrument der dringlichen Überweisung sorgsam umgehen.

Mit A- und B-Überweisungen klappt's

Ein Überweisungsschein: Im Testmodell haben die Ärzte bei Überweisungen zwischen drei Kategorien unterschieden.

© Marco Drux / fotolia.com

SCHWERIN. Überweisungsmodelle mit Dringlichkeitsvermerk sind geeignet, Patienten mit akuten Problemen einen schnellen Termin beim Facharzt zu vermitteln. Dies zeigt die Auswertung eines in Mecklenburg-Vorpommern praktizierten Modells mit A- und B-Überweisungen.

Die Zahlen machen auch deutlich, dass die behandelnden Ärzte das Instrument nur in begründeten Fällen anwenden. Im vergangenen Jahr griffen sie im Quartalsdurchschnitt landesweit nur etwas über 20.000 Mal auf eine dringliche Überweisung zurück.

Dies sind rund 1,3 Prozent aller 1,65 Millionen Überweisungen pro Quartal, mit allerdings kontinuierlich steigender Tendenz.

Effektiv und bürokratiearm

Im Durchschnitt stellt ein Arzt in Mecklenburg-Vorpommern die dringliche Überweisung bislang zwischen vier und sechs Mal im Quartal aus. Nach Einschätzung der KV im Nordosten ist das Modell unter den Ärzten akzeptiert, weil es effektiv und zugleich bürokratiearm ist.

Bei dem Modell unterscheiden die behandelnden Ärzte bei Überweisungen zwischen drei Kategorien. Patienten mit hochakuten Erkrankungen erhalten eine A-Überweisung und werden innerhalb eines Werktages von einem Facharzt übernommen.

Patienten mit weniger dringlichen Problemen, bei denen sich jedoch zum Beispiel bei einer laufenden Therapie eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingestellt hat, bekommen eine B-Überweisung und einen Facharzttermin innerhalb einer Woche.

Alle anderen Überweisungen etwa für Routineuntersuchungen erhalten keine Kennzeichnung und haben damit keinen Anspruch auf einen Termin innerhalb dieser Fristen.

AOK: Höhere Patientenzufriedenheit

Die AOK Nordost sieht in dem Modell ein Beispiel für eine gelungene patientenorientierte Steuerung nach medizinischem Behandlungsbedarf und beobachtet eine höhere Patientenzufriedenheit.

Die KV sieht sich darin bestätigt, dass Überweisungsmodelle auch ohne gesetzgeberische Einflussnahme und die von der großen Koalition diskutierte Vier-Wochen-Frist funktionieren. (di)

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