Ärzte Zeitung, 31.03.2015

Arztbewertungen

Großes Vertrauen in Gastroenterologen

Großes Vertrauen in Gastroenterologen

Im Darmkrebsmonat März rückte wieder die Prävention mittels Koloskopie in den Fokus. Dass Patienten in Deutschland ihren Fachärzten in Sachen Darmkrebsvorsorge vertrauen, zeigt jetzt auch eine Auswertung von 14.000 Arztbewertungen.

Von Matthias Wallenfels

Großes Vertrauen in Gastroenterologen

Bei der Aufklärung über Darmkrebs und seine Prävention ist für Ärzte Sensibilität angesagt.

© Klaus Rose

MÜNCHEN. Deutschlands Patienten fühlen sich von ihren Gastroenterologen gut aufgeklärt in puncto Darmkrebs und vertrauen diesen.

Diese positive Bilanz des Darmkrebsmonats März zieht jameda, das nach eigenen Angaben Deutschlands größtes Arztempfehlungsportal, nach der Auswertung von rund 14.000 Bewertungen, die für Gastroenterologen auf der Plattform abgegeben wurden.

Für die Kategorie "Aufklärung" erhalten die Spezialisten demnach die gute Note 1,81 auf einer Schulnotenskala von 1 bis 6.

Über alle Facharztgruppen hinweg vergäben Patienten für die Aufklärung die etwas schlechtere Note 1,85, womit die Gastroenterologen leicht über dem Bundesdurchschnitt lägen.

Ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient sei insbesondere bei etwas unangenehmeren Untersuchungen wie einer Vorsorgekoloskopie essenziell.

Die Deutschen könnten sich hierbei jedoch glücklich schätzen, bewerteten Patienten ihre Gastroenterologen in der Kategorie "Vertrauensverhältnis" doch mit der guten Note 1, 84.

Auch in dieser Kategorie liegen die Magen- und Darm-Spezialisten damit über dem Durchschnitt aller Facharztgruppen (1,89).

Leicht negative Tendenz erkennbar

Die Gesamtzufriedenheit mit den Gastroenterologen, in die auch die Kategorie "Aufklärung" mit einfließt, zeigt laut jameda allerdings in dem noch jungen Jahr 2015 eine leicht negative Tendenz.

2013 habe der Wert noch 1,83 betragen, im Jahr darauf sei die Gesamtzufriedenheit leicht auf eine 1,86 gesunken. 2015 vergäben die Patienten bisher die Durchschnittsnote 1,90.

Immerhin sei in Bezug auf die Terminvergabe sowie die Wartezeit in den Praxen eine leicht positive Tendenz zu erkennen. So sei die Kategorie "Wartezeit Termin" im Zeitverlauf von 2013 bis heute mit den Jahres-Durchschnittsnoten 1,99, 2,00 und 1,98 bewertet worden.

Auch die Zufriedenheit mit der Wartezeit in den Arztpraxen sei seit 2013 (1,97) und 2014 (2,00) wieder leicht an auf die etwas bessere Note 1,96 gestiegen.

Ob die größere Zufriedenheit mit kürzeren Wartezeiten zusammenhängt oder ob Patienten mehr Geduld und Verständnis für die teils angespannte Situation aufbringen, lässt sich anhand der vorliegenden Daten nicht erkennen, wie jameda einschränkend betont.

Zufriendenste Patienten in Berlin

Die Berliner Gastroenterologen haben die zufriedensten Patienten der Bundesrepublik und erhalten dafür, so der Portalanbieter, die sehr gute Note 1,61. dichtauf folge Sachsen-Anhalt auf Platz zwei mit der Note 1,63 und das Saarland auf Platz drei mit einer 1,66.

Am wenigsten zufrieden seien die Patienten in Rheinland-Pfalz - hier bekommen die Gastroenterologen im Schnitt nur noch eine 2,16.

Insbesondere mit der Behandlung durch ihre Gastroenterologen sowie deren Freundlichkeit seien die Berliner äußerst zufrieden und vergeben hierfür laut jameda die Noten 1,56 und 1,53.

Im Bundesdurchschnitt erhielten die Gastroenterologen von ihren Patienten die gute Note 1,72 für die Behandlung und eine leicht bessere 1,71 für die Freundlichkeit.

Vorsorge-Koloskopie nützlich

Den hohen Nutzen der Vorsorge-Koloskopie belegte erst vor Kurzem die seit 2003 am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg laufende Studie DACHS ("Darmkrebs: Chancen der Verhütung durch Screening").

So konnte gezeigt werden, dass das Risiko, innerhalb von zehn Jahren nach einer Vorsorgekoloskopie an Darmkrebs zu erkranken, um etwa 90 Prozent niedriger ist als bei Personen die keine in Anspruch genommen hatten.

Fast 5000 Patienten und 5000 Kontrollpersonen nehmen bereits an der epidemiologischen Fall-Kontrollstudie teil. Jedes Jahr können neue Erkenntnisse über die Erkrankung gewonnen werden - auch, wie sie verhindert werden kann.

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