Ärzte Zeitung online, 08.04.2016

24 Fachgruppen im Vergleich

So viel verdienen niedergelassene Ärzte

Vom Allgemeinarzt bis zum Urologen: Wie steht es um die wirtschaftliche Lage deutscher Arztpraxen? Neue Daten liefert das Zi-Praxis-Panel.

Von Rebekka Höhl

Vollständiger Jahresbericht jetzt online

Wie viel der Praxiseinnahmen bleibt am Jahresende im Geldbeutel?

© stock4you / fotolia.com

NEU-ISENBURG. Was kommt vom Honorarplus tatsächlich in den Praxen an? Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) versucht mit seinem Zi-Praxispanel - kurz ZiPP - eine Antwort auf diese Frage zu geben.

Und diese ist für den aktuellen Berichtszeitraum, die Jahre 2010 bis 2013, nicht gerade erquicklich: Real - also inflationsbereinigt - mussten die niedergelassenen Ärzte beim Jahresüberschuss ein Minus von 1,2 Prozent hinnehmen. Dabei machte den Praxen laut aktuellem ZiPP-Bericht vor allem das Jahr 2013 zu schaffen; in diesem Jahr nahm der bereinigte Jahresüberschuss im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozent ab.

Praxiskosten steigen um fast 8 Prozent

Dabei sehen die Umsatzzahlen der Praxen auf den ersten Blick gar nicht so schlecht aus: Auf durchschnittlich 288.100 Euro beliefen sich die Gesamteinnahmen je Praxisinhaber im Jahr 2013 - im Vergleich zum Jahr 2010 immerhin ein Plus von sechs Prozent bzw. 16.400 Euro (Gesamteinnahmen 2010: 271.700 Euro). Obwohl die Gesamtaufwendungen je Praxisinhaber von 2010 bis 2013 um im Schnitt 7,7 Prozent bzw. 10.200 Euro zulegten, wuchs der durchschnittliche Jahresüberschuss (2010: 139.300 Euro) um 4,4 Prozent auf 145.400 Euro (2013) an.

Doch wie bereits die vorläufigen Zahlen des ZiPP-Berichts, die im vergangenen Herbst veröffentlicht wurden, zeigten, sind die Praxiskosten nicht nur sichtlich stärker als die Einnahmen der niedergelassenen Ärzte, sondern auch stärker als die Verbraucherpreise gestiegen.

Die Verbraucherpreise haben sich im selben Zeitraum im Bundesdurchschnitt nämlich um 5,7 Prozent erhöht. Hinzu kommt, dass ein Viertel der niedergelassenen Ärzte in 2013 einen Jahresüberschuss von weniger als 83.200 Euro und die Hälfte von weniger als 127.800 Euro erwirtschaftet hat. Bei den Hausärzten lag der durchschnittliche Jahresüberschuss je Praxisinhaber bei 146.600 Euro (Gesamteinnahmen: 275.300 Euro).

Immerhin hat sich der auf die reine GKV-Tätigkeit heruntergerechnete Jahresüberschuss der Praxisinhaber doch noch besser entwickelt, als im Herbst prognostiziert. Damals ging das Zi von einem reinen GKV-Überschuss zwischen 82.100 und 89.500 Euro aus.

Laut dem nun veröffentlichen ZiPP-Bericht liegt dieser im Schnitt jedoch bei 117.100 Euro - und damit höher als der Referenzwert, den der Bewertungsausschuss für die Honorarberechnung in Anlehnung an das Gehalt eines angestellten Oberarztes vorgibt (105.572 Euro).

Aber: Er bewege sich damit immer noch deutlich unter den Arztgehältern, die mit vergleichbarer Qualifikation im Krankenhaus erzielt werden könnten, moniert das Zi. Das liegt daran, dass im Referenzwert, der zuletzt im Jahr 2007 vereinbart worden sei, die Tarifsteigerungen der letzten Jahre nicht abgebildet würden.

Anstieg bei GKV-Einnahmen

Nichtsdestotrotz haben die GKV-Einnahmen an Bedeutung gewonnen: Ihr Anteil an den Gesamteinnahmen ist von 73,3 Prozent in den Jahren 2010 und 2011 auf 74 Prozent in 2013 gestiegen. Das sind im Schnitt 14.100 Euro mehr.

Der Anteil der Privateinnahmen hat sich hingegen von 20,9 Prozent in 2010 und 2011 auf nunmehr 20,3 Prozent verringert. Allerdings werden über den Block der GKV-Einnahmen auch die selektivvertraglichen Leistungen abgebildet.

Spannend ist aber vor allem eine andere Entwicklung: Ebenso wie das Bundesarztregister, weisen die Daten des Zi-Praxispanels für die Jahre 2010 bis 2013 einen Anstieg der Anzahl angestellter Ärzte auf. Allein im Vergleich der Jahre 2011 und 2013 nahm die Anzahl angestellter Ärzte der am ZiPP beteiligten Praxen um 30 Prozent zu (Bundesarztregister: 32 Prozent).

 Der Anteil der angestellten Ärzte an allen Ärzten in der Praxis sei dabei mit 10,6 Prozent im hausärztlichen Bereich besonders hoch, schreibt das Zi. Den stärksten Zuwachs an angestellten Ärzten verzeichnete in den Jahren 2011 bis 2013 mit plus 51,7 Prozent jedoch der neurologisch-psychiatrische Bereich.

Rechnen sich angestellte Ärzte?

Die Praxen mit angestellten Ärzten schaffen es mit durchschnittlich 209.900 Euro auch durchaus, höhere Jahresüberschüsse je Inhaber als ihre Pendants ohne angestellte Mediziner zu erwirtschaften (135.600 Euro). Wenn jedoch weitere Einflussgrößen mit berücksichtigt werden, werde deutlich, dass der ökonomische Effekt der Anstellung von Ärzten auf den Jahresüberschuss lediglich gering sei, so das Zi.

 Das Institut macht dies an dem erhöhten Arbeitseinsatz des Praxisinhabers fest: Wer Ärzte anstelle, leiste in der Regel selbst mehr Arbeitsstunden als Praxisinhaber ohne angestellte Ärzte.

 In den Mittelwert gehen zudem ganz unterschiedliche Praxistypen ein: Die großen Ausreißer nach oben im Jahresüberschuss erzielen meist die Praxen, die ihr Leistungsspektrum erweitern. Zumal die meisten angestellten Ärzte nach der Zi-Erhebung in Teilzeit arbeiten: Im Mittel liegt ihre Wochenarbeitszeit bei 23 Stunden, ein Drittel arbeitet sogar weniger als 15 Stunden pro Woche. Praxisinhaber leisteten in 2013 über alle Fachgruppen hinweg im Schnitt hingegen 51 Stunden pro Woche.

Problematisch ist, dass die Praxen erneut ihre Investitionstätigkeit zurückgefahren haben. Sie sank laut Zi von 2011 auf 2013 um 28,5 Prozent. Knapp 50 Prozent der ZiPP-Praxen hätten im Jahr 2013 weniger als 2300 Euro für Praxisinvestitionen aufgebracht, heißt es.

Schuld ist nach Ansicht des Zi die reale Stagnation der Praxisüberschüsse. Der größte Kostenblock in den Praxen ist übrigens mit im Schnitt 71.200 Euro je Praxisinhaber (2013) das Personal. Dieser Kostenblock ist von 2010 (63.900 Euro) bis 2013 auch um 16,8 Prozent angestiegen.

 Dem folgt mit im Schnitt 17.200 Euro (2013) je Praxisinhaber die Miete inklusive Nebenkosten für die Praxisräume.Runtergerechnet aufs Nettoeinkommen bleiben niedergelassenen Ärzten vom durchschnittlichen Jahresüberschuss (145.415 Euro) 5980 Euro monatlich bzw. ein Nettostundensatz von 32 Euro.

Das Zi kommt auf diesen Wert, indem es vom Jahresüberschuss je Inhaber die ärztliche Altersvorsorge (19.297 Euro), Kranken- und Pflegeversicherung (freiwillig gesetzliche Versicherung, 8411 Euro) sowie die zu entrichtende Einkommensteuer (Steuerklasse 1, 45.949 Euro) abzieht.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Niederlassung light

[15.04.2016, 11:56:21]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Nachberechnung der "Jahresüberschüsse"
Bevor das hier in eine Heilmittel-Diskussion ausartet, meine Nachberechnung der durchschnittlichen Jahresüberschüsse der angeblich "24 Fachgruppen im Vergleich" des ZiPP ergibt abweichende Befunde.

Es sind in Wahrheit 25 Fachgruppen, die das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) mit Datenbezug auf das Jahr 2013 in seinem ZiPP zusammengefasst hat.
Quelle: Zi-Praxis-Panel 2014 Daten Erstellt mit Datawrapper

Summiert man alle Jahresüberschüsse der unterschiedlich Haus-, Facharzt- und Psychotherapeuten-Gruppen zusammen und bildet aus diesen 25 Einzelangaben das arithmetische Mittel, kommt man auf einen deutlich höheren durchschnittlichen Jahresüberschuss von 166.044 €. Die Laborärzte wurden vorsichtshalber außen vor gelassen, um die Statistik der Einnahmen-Ausgaben-Überschuss-Berechnungen nicht total nach oben zu verzerren.

Damit lägen allerdings die Arztgruppen Anästhesiologie, HNO-Heilkunde, Chirurgie, Kinder- und Jugendmedizin, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Gynäkologie, Neurologie, Hausärzte, Psychiatrie, Physikalische und rehabilitative Medizin, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychotherapie mehr oder weniger deutlich u n t e r h a l b meines arithmetisch errechneten Durchschnitts aller Fachgruppen von 166.044 € als durchschnittlichen Jahresüberschuss in 2013.

Um dabei entstehende "Neidgefühle" zu vermeiden, griff das Zi mit seinem ZiPP zu dem statistischen Kunstgriff des "gewichteten Mittelwertes" bzw. des Medianwertes. Da nicht alle Fachgruppen, anhand der Arzt- und Niederlassungszahlen leicht erkennbar, zahlenmäßig gleich stark vertreten sind, musste der "gewichtete" Durchschnittswert der Jahresüberschüsse zwangsläufig auf 145.400 € per annum 2013 s i n k e n.

Damit kann man zumindest behaupten, dass es nur noch den Fachgruppen Psychiatrie, Physikalische und rehabilitative Medizin, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychotherapie s c h l e c h t e r als dem medianen Durchschnitt geht, wogegen ab den Hausärzten aufwärts bis zu den Radiologen sich alle mit einer vermeintlichen B e s s e rstellung trösten können.

Ich persönlich glaube, dass diese ZiPP-Berechnung des Zi nicht nur mich rat- und sprachlos zurück lässt.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »
[15.04.2016, 10:58:58]
Dr. Henning Fischer 
@Sophia Müller: zum einen sind die Heilmittel-Richlinien absolut komplett überflüssig

und alle Vorschriften, die damit verbunden sind. Sie dienen ausschließlich der Beschäftigung eines Heeres von Bürokraten, sonst profitiert niemand davon, schon überhaupt nicht die Patienten. Die Einführung der Richtlinien hat NICHTS verbessert, die dienen ausschließlich der Kostendämpfung.

zum zweiten ist es ein durchgängiges Problem aller in der Patientenversorgung engagierten Menschen: die Politik nutzt unsere Grundhaltung absolut schamlos aus, um uns für immer weniger Geld immer mehr arbeiten zu lassen (sog. Ethik-Falle).

Nur: niemand, keine Berufsgruppe, wehrt sich dagegen. Die Probleme werden von der Presse ganz bewußt ignoriert.

Mittlerweile werden die Auswirkungen spürbar: wenn z.B. kaum noch jemand Allgemeinarzt wird. Andere werden folgen. Und die Bundesregierung wird versuchen, die Lücken mit Arbeitskräften aus Rumänien, Bulgarien, Griechenland usw. zu füllen.

Ein dermaßen schändliches Verhalten deutscher Bundesregierungen hätte ich nicht für möglich gehalten.
 zum Beitrag »
[14.04.2016, 19:44:45]
Sophia Müller 
Blick über den Tellerrand
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin Heilmittelerbringer und per Zufall auf diese Statistik gestoßen. Viele dieser genannten Arztgruppen sind Überweiser zu uns Heilmittelerbringern. Regelmäßig bekommen wir mit, wie schlecht es finanziell um sie bestellt ist. So schlecht, dass es ihnen nicht möglich ist, eine Verordnung, die wir auf Grund eines Ausstellungsfehlers (laut geltender HMR) zu ihnen zurückschicken müssen, ohne frankierten Rückumschlag an uns zurückzusenden.
Da wir, per Urteil, dazu verpflichtet sind nach Ausstellungsfehlern zu suchen und für deren Berichtigung zu sorgen (andernfalls wird unsere erbrachte Leistung durch die KK nicht vergütet), kostet dies eine Heilmittelpraxis je nach Größe mehrere Hundert bis Tausend Euro pro Jahr (Briefmarken, Papier, Umschläge und natürlich die Bürokraft, die sich fast ausschließlich in ihren Minijobstunden nur darum kümmert Verordnungen zu prüfen, zurückzuschicken, nachzufragen, zu kontrollieren, ggf. noch mal zu schicken und wieder zu kontrollieren).
Ihre ärztliche Arbeit ist enorm wichtig und Sie haben alle eine hohe Verantwortung gegenüber Ihren Patienten und Angestellten und dies rechtfertigt ein entsprechendes Honorar. Keine Frage! Ich habe keinen wirklichen Einblick in Abrechnungsmodi und Vergütungsprinzipien für Ärzte, sehe hier nur die Zahlen, höre, wie jedes Jahr aufs neue um Erhöhungen erfolgreich gekämpft wird (gönne sie Ihnen) und erlebe wie mit uns Heilmittelerbringern von Krankenkassenseite wie auch von ärztlicher Seite umgesprungen wird, welche wirren und falschen Informationen zum Teil kursieren.
Ohne unsere Arbeit könnten Unfallopfer nicht wieder laufen lernen, wären Schlaganfallpatienten nicht wieder in der Lage mobil zu werden, könnten diese nicht wieder kommunizieren (haben Sie mal einen Tag versucht ohne Sprache zu leben?), könnten Patienten mit Schluckstörungen nicht wieder oral ernährt werden, müsste die heisere Lehrerin in Frührente, würden Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen nicht gut sprechen lernen und ihre Chancen gut lesen und Schreiben zu lernen wären wesentlich geringer, hätten Parkinsonpatienten weniger Lebensqualität u.s.w..
Bewegen wir uns da nicht einem ähnlich wichtigen Feld wie Sie?
Ich möchte Ihnen hier nur einen kleinen Perspektivwechsel ermöglichen. Eine Heilmittelpraxis im Osten hat mit etwas Glück und Geschick einen Jahresumsatz von 40.000€ als Einmannbetrieb. Wenn Sie da alle Kosten abziehen (KV,RV,etc., Miete, Weiterbildungskosten, Fahrzeug, Geräte, Büromittel, Therapiematerial usw. usw.) bleibt nicht mehr viel. Viele selbstständige wie auch angestellte Therapeuten steuern auf eine Altersarmut zu. Die Selbstst. weil sie kein Geld haben überhaupt einzuzahlen, die Angstellten, weil sie mit niedrigen Löhnen leben müssen. Geregelte Arbeitszeiten und 40h-Wochen wären in einer Praxis paradisisch. Testauswertungen, Berichte schreiben u.v.m. werden nicht vergütet, so dass man dies defakto in seiner Freizeit erledigt. Wenn man Aufwand und Gewinn ins Verhältnis setzt, landen Selbstständige weit unter dem Mindestlohn. Die Heilmittelbranche erlebt seit einigen Jahren einen immer stärker werdenen Fachkräftemangel - warum nur?
Ich weiß nicht, ob meine Ausführungen für Sie überhaupt interessant sind. Es war mir jedoch ein Bedürfnis den Fokus mal kurz in ein anderes (wichtiges!) Gebiet der medizinischen Versorgung zu legen.
Ich und viele andere Heilmittelerbringen würden sich über Unterstützung aus ärztlichen Kreisen sehr freuen.
Jeder ist auf seinem Gebiet Profi und letzten Endes doch immer am Wohl des Patienten interessiert, nur davon (gut)leben können nicht alle.
Vielen Dank für Ihre Ausmerksamkeit! zum Beitrag »
[11.04.2016, 08:58:49]
Dr. Henning Fischer 
wenn man dann noch auf eine übliche Wochenarbeitszeit runterrechnet und berücksichtigt, daß Freiberufler Rücklagen machen müssen

dann zeigt sich, wie unattraktiv die Niederlassung ist.

Trotz (ge)schön(t)er Zahlen.
 zum Beitrag »
[10.04.2016, 21:04:19]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil ;-)
Bitte den Absatz der hervorragenden ÄZ-Berichterstattung von Rebekka Höhl beachten:

"Nichtsdestotrotz haben die GKV-Einnahmen an Bedeutung gewonnen: Ihr Anteil an den Gesamteinnahmen ist von 73,3 Prozent in den Jahren 2010 und 2011 auf 74 Prozent in 2013 gestiegen. Das sind im Schnitt 14.100 Euro mehr.

Der Anteil der Privateinnahmen hat sich hingegen von 20,9 Prozent in 2010 und 2011 auf nunmehr (2013) 20,3 Prozent verringert. Allerdings werden über den Block der GKV-Einnahmen auch die selektivvertraglichen Leistungen abgebildet...".

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »
[10.04.2016, 12:56:31]
Dr. Uwe Wolfgang Popert 
Das sind nur GKV-Daten
Das sind nur die Daten der GKV-Umsätze!

Weil sie auch weniger IGeLn, stehen Hausärzte beim Gesamteinkommen im Vergleich zu anderen Arztgruppen noch schlechter da als in der Tabelle der KBV ohnehin schon.
Ähnliches gilt für Neurologen und Psychiater (die sich allerdings teilweise auch über Gutachtertätigkeit finanzieren - beides hier im Wesentlichen ebenfalls nicht dargestellt.)
Innerhalb der Fachgruppen gibt es deutliche Unterschiede zwischen operativen und nicht operativen Praxen - z.B. die konservativen Kardiologen und Augenärzte verdienen deutlich schlechter.

Insgesamt zeigt die Tabelle, dass die Basisversorgung bzw. Arztzeit/Gespräch/Zuwendung gegenüber der Technikanwendung dramatisch schlecht bezahlt wird.

Und das, obwohl alle Stistiken zeigen, dass über 80% der Diagnosen durch Anamnese und Befund alleine gestellt werden. Wie lange will die Gesellschaft das noch dulden?

(Zur Auswertung der Steuererklärungen siehe https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/DienstleistungenFinanzdienstleistungen/KostenStruktur/KostenstrukturAerzte2020161119004.pdf;jsessionid=A8988734012BA446C4091D276CBFC429.cae3?__blob=publicationFile) zum Beitrag »
[09.04.2016, 14:14:11]
Helene Schönewolf 
32€ für den Arzt ...
...pro Arbeitsstunde des Arztes und gleichzeitig erwirtschaftet er teilweise 800€ für den Medizinproduktehersteller, indem er seine Arbeit tut, auch während dieser einen Stunde. Da verdient der Hersteller des "Vertrauens" 25 mal mehr, als der Arzt -> Praxismanagement lohnt sich. Ärzte müssen aber nicht selbst Wirtschaft studiert haben. Eine vertrauenswürdige Stelle zu haben, die das für die Praxen übernimmt, reicht aus. Wer sich darum überhaupt nicht kümmert, verdient nicht nur wenig, sondern belastet das ganze Gesundheitssystem, indem er einen volkswirtschaftlichen Ausnahmefall erschafft: Der Anbieter darf so viel für sein Produkt verlangen, wie er will. Der Konsument kauft trotzdem (hier: der Arzt kauft es und rechnet gegebenenfalls mit der Kasse ab). Ein solches Marktdiagramm trifft auch auf Drogenabhängige zu. zum Beitrag »
[09.04.2016, 11:22:53]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Faustregel für die Praxis
Als ökonomisch und betriebswirtschaftlich absolut dilettierender Hausarzt (Danke an Steuerberater und Anwälte!) mit Rundum-Voll-Versorgung "von der Wiege bis zur Bahre" und beruflicher Begeisterung o h n e permanent an die Kostendeckung zu denken, lässt sich das Ergebnis des Zi-Praxispanels (ZiPP) vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) als Faustregel zusammenfassen:

Wenn durchschnittlich 50 Prozent Kosten bei den Praxis-Ausgaben 50 Prozent Einnahmen-Überschuss ermöglichen (Radiologen und Labormediziner ausgenommen!) muss jedes einzelne Prozent Kostensteigerung mit zwei Prozent Umsatzsteigerung beantwortet werden, um den Einnahmen-Überschuss auch nur gleich zu halten.

Nach den ZiPP-Daten legten die Gesamtausgaben je Praxisinhaber von 2010 bis 2013 im Schnitt um 7,7 Prozent bzw. 10.200 Euro zu. Dabei wuchs der durchschnittliche Jahresüberschuss (2010: 139.300 Euro) um 4,4 Prozent auf 145.400 Euro (2013). Dafür musste aber auch der Praxis-Umsatz mit damit verbundener erheblicher Mehrarbeit um 19,8 Prozent gesteigert werden, um dieses Praxis-Einnahmen-Ziel zu erreichen. Denn der GKV-EBM-Punktwertanstieg war in diesem Zeitraum kaum messbar und die PKV-GOÄ-Bewertung seit 19 Jahren (!) überhaupt nicht mehr angestiegen. Das verschweigt allerdings das ZiPP.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »
[09.04.2016, 07:18:10]
Dr. Robert Siebel 
Lächerliche Statistik a la Bildzeitung
Wovon wird denn hier gesprochen? Selbstständige Ärzte haben kein Einkommen, sondern einen Überschuss!!!!!
Was wird denn hier aufgerechnet? Kasseneinahmen pro Jahr, zuzüglich/abzüglich sonstiger Einnahmen wie Privat-Igel-BG-Gutachten etc?
Sollte es sich um GKV Jahreseinnahmen handeln, sollte man für 30 Sekunden einen Taschenrechner zur Hand nehmen. Bei einem RLV und QZV Scheinschnitt von ca 30 Euro in der konservativen Orthopädie in Nordrhein behandelt man dann als Einzelkämpfer 3200 Patienten im Quartal!!!!
Und solche Institutionen werden auch noch von uns bezahlt, skandalös!
Aber in diesem Land darf man sich über nichts mehr wundern.
 zum Beitrag »
[08.04.2016, 21:40:29]
Dr. Matthias Peisler 
to believe or not to believe
das ist die Frage:
"Das Zi ...vom Jahresüberschuss je Inhaber die ärztliche Altersvorsorge ... Kranken- und Pflegeversicherung ... Einkommensteuer ... abzieht."
BLÖDSINN: Der Jahresüberschuss ist KEIN VERDIENST und ein Zi kann nicht realistisch rechnen:
von 100.000/a bleiben für den Antichrist (ohne Kirchensteuer) keine 40.000 Euro pro Jahr!
Dem Dr. GROSSVERDIENER mit 200.000/a beiben keine 80.000 Euro pro Jahr!
Wie unglaubwürdig erscheinen auch diese Zi-Übersichtszahlen wenn allein meine Berufsgruppe (Pädiatrie) anhand Steuerberater-Tabellen im Verlauf der Jahre (stabil) um über 20% abweicht?
Was taugt ein deutscher ärztlicher real Netto-Gewinn wenn ein K(B)V- oder Kassenangestelle,r oder vielleicht Bankangestellte,r ohne Risiko erkranken "darf"! und sich bequem ein Eigenheim mit Gleitzeit finanziert?
Zwischen 3333.33.- Euro/Monat bis 6666.66.- Euro pro Monat (für "gutgerchneten ärztlichen Antichrist"!) als Kleinunternehmer mit Verantwortung für Personal und ihm anvertrauten Menschen mit Sorgen und Nöten. Das ist der Witz des 21sten Jahrhunderts: denn Deutschland schafft nicht nur sich sondern besser seine Ärzte ab. Das ist der Wahrheit: HALLELUJAH  zum Beitrag »

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