Ärzte Zeitung online, 03.07.2008

Fortbildungskurse: Kartellamt prüft Verstoß gegen Wettbewerbsrecht

BONN (HL). Das Bundeskartellamt prüft, der Bundesärztekammer und den Ärztekammern mit einer Unterlassungsverfügung zu verbieten, bestimmte Fortbildungskurse zu zertifizieren.

Davon betroffen sind solche Kurse, die Arzneimittelhersteller finanzieren und bei denen, wie das Kartellamt vermutet, "typischerweise die eigenen Entwicklungen als besonders vorteilhaft und alternativlos" dargestellt werden.

Das Kartellamt sieht im Fortbildungsmarkt für Ärzte zwei Arten von Wettbewerbsverzerrungen. Zum einen tritt die für Ärzte kostenfreie Fortbildung durch Arzneimittelhersteller in Konkurrenz zu unabhängigen Fortbildungsanbietern, die vom Markt verdrängt würden. Zum zweiten müssen die Ärztekammern alle Fortbildungen zertifizieren, wenn diese den Ärzten als Erfüllung ihrer gesetzlichen Berufspflicht anerkannt werden soll.

Bei der Zertifizierung hätten die Kammern ein Monopol, so die Wettbewerbshüter. Dies werde missbräuchlich ausgenutzt. Deshalb werden die Bundesärztekammer und die Kammern aufgefordert, Fortbildungen, die mit empfehlenden Produktaussagen verbunden sind, nicht mehr zu zertifizieren oder bereits erteilte Zertifizierungen zurückzunehmen.

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