Ärzte Zeitung online, 15.08.2008

Eheliches oder uneheliches Kind? Das ist eine Frage für die Juristen

KASSEL (dpa/maw). Der kleine Leon aus Kassel hat Chancen, in die Annalen der Rechtsgeschichte einzugehen - und das nur durch die Tatsache seiner Geburtsumstände. Die Frage, um die sich Juristen jetzt kümmern müssen, ist die, ob der Frischgeborene nun ein eheliches oder ein uneheliches Kind ist. Dabei geht es allerdings nicht um die Suche nach den Eltern.

Hintergrund der kniffligen Frage ist die Entscheidung einer Frau, Geburt des Kindes und Heirat an einem Tag zu über die Bühne zu bringen. Nur wenige Stunden nach der Geburt ihres Sohnes ist eine Frau in Kassel gestern vor den Traualtar getreten.

Nach Angaben einer privaten Geburtsklinik entband die 32-Jährige morgens um kurz vor sieben das Kind und heiratete den Vater des Jungen vormittags um elf im Kasseler Rathaus. Danach begab sie sich mit ihrem Ehemann wieder in die Klinik zu dem kleinen Leon.

"Ich weiß nicht, ob es Hochzeit und Geburt an einem Tag auf einmal schon in Deutschland gab. Auf jeden Fall kann es juristisch knifflig werden", sagte der Leiter der Geburtsklinik Dr. Koch, Rolf Kliche. "Denn die Justiz geht normalerweise nur vom Datum, nicht der Uhrzeit aus.

Die Frage, ob der Junge nun ehelich oder unehelich geboren ist, wird ihn sicher sein Leben lang begleiten." Hochzeitstag und Geburt sind in der jungen Familie schon das zweite Datumsdoppel: Die beiden Eltern, vor wenigen Tagen jeweils 32 geworden, sind am selben Tag im selben Jahr geboren.

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