Ärzte Zeitung online, 19.08.2008

Kosmetikerin wegen tödlicher Betäubungsspritze angeklagt

PADERBORN (dpa). Weil eine ihrer Kundinnen nach einer Schönheitsbehandlung starb, steht die Inhaberin eines Kosmetikstudios vor Gericht.

Die 43-Jährige gab heute zum Prozessauftakt am Landgericht Paderborn zu, der 29 Jahre alten Kundin Mitte Januar in ihrem Studio in Lippstadt mehrere Betäubungsspritzen zur Haarentfernung gegeben zu haben.

Die 29-Jährige erlitt einen Herz-Kreislauf-Stillstand mit Sauerstoffmangel im Gehirn. Sie starb eine Woche später im Krankenhaus. Die Anklage warf der Inhaberin des Studios Körperverletzung mit Todesfolge und Verstoß gegen das Heilpraktikergesetz vor.

Bei einer der Injektionen soll die 43-Jährige der Anklage zufolge eine Vene des Opfers verletzt haben, als sie das Mittel in die rechte Leiste der Frau spritzte. Das Betäubungsmittel gelangte in den Blutkreislauf, die Kundin krampfte.

Nach Auffassung des Staatsanwalts war die Angeklagte nicht zur Ausübung ärztlicher Tätigkeiten berechtigt. Laut früheren Angaben des Bundesverbandes Deutscher Kosmetikerinnen dürfen Kosmetiker ohne Heilpraktiker-Erlaubnis keine Spritzen geben.

Die Kosmetikerin sagte, sie biete seit etwa zehn Jahren sogenannte Elektro-Epilationen an. Insgesamt habe sie mindestens 40 bis 45 Kundinnen mit Betäubungsmitteln behandelt. Dies sei in der Branche kein Einzelfall.

Topics
Schlagworte
Recht (11869)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Antibiotika gegen Rückenschmerzen

Verursachen Bakterien heftige Bandscheiben-Beschwerden? Für Forschungen zur Behandlung von Rückenschmerzen mit Antibiotika wurde jetzt der Deutschen Schmerzpreis verliehen. mehr »

Ethikrat sucht nach dem goldenen Mittelweg

Wann ist eine medizinische Zwangsbehandlung fürsorglicher Schutz, wann ein unangemessener Eingriff? Diesen Fragen widmet sich aktuell der Deutsche Ethikrat. mehr »

Ein Wettbewerbsverbot ohne Entschädigung ist ungültig

Wettbewerbsverbot ohne Karenzentschädigung? Das geht nicht, urteilt das Bundesarbeitsgericht. Ist das im Arbeitsvertrag dennoch so vorgesehen, können Arbeitnehmer nachträglich aber kein Geld einklagen. mehr »