Ärzte Zeitung online, 28.08.2008

Kinderpornografie: UNICEF sieht Deutschland in der Pflicht

KÖLN (dpa). Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF hat eine Vorreiterrolle Deutschlands im Kampf gegen die weltweite sexuelle Ausbeutung von Kindern durch Pornografie verlangt. Gegen die rasante Ausbreitung der Kinderpornografie im Internet müsse gezielter vorgegangen werden, so UNICEF Deutschland am Donnerstag in Köln.

Dabei seien Bundesregierung und Internetprovider gefordert. Nötig seien sofortige Zugangssperren zu entsprechenden Seiten und klare gesetzliche Regelungen zum Stopp dieser Seiten.

Das Bundeskriminalamt hatte berichtet, dass Besitz, Beschaffung und Verbreitung von Kinderpornografie 2007 um 55 Prozent auf 11 357 Fälle gestiegen war und der Vertrieb über das Internet besonders stark zunahm. UNICEF erklärte, auch Deutschland müsse sich in drei Monaten beim Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern in Rio de Janeiro an seinen konkreten Schritten gegen Kinderpornografie messen lassen. Bei Kinderpornografie dürfe es keine Toleranz geben.

"Hinter jedem Bild stecken Leid und Missbrauch eines Kindes", betonte UNICEF. Das Internet sei zum "neuen Marktplatz für die weltweit tätigen kriminellen Netzwerke geworden, die mit Kinderpornografie Millionen verdienen".

Gleichzeitig sei die Hemmschwelle gesunken, auf Kinderpornografie zuzugreifen, weil die Inhalte immer und überall verfügbar seien. Lehrer, Eltern und Kinder wüssten aber noch immer zu wenig über die Risiken des Internets.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »