Ärzte Zeitung online, 19.09.2008

Mannheimer Arzt legt Revision beim Bundesgerichtshof ein

MANNHEIM (dpa). Der wegen versuchten Totschlags verurteilte Mannheimer Arzt kämpft weiter um einen Freispruch. Der 64-Jährige hat Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe eingelegt, sagte ein Sprecher des Landgerichts Mannheim am Donnerstag und bestätigte einen Bericht des Südwestrundfunks.

Das Landgericht hatte den Mediziner am Dienstag nach dem Tod einer 82 Jahre alten Patientin wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Außerdem verhängte es ein Berufsverbot von fünf Jahren und 30 000 Euro Geldbuße (wir berichteten).

Nach Überzeugung der Richter hat der Arzt 2003 bei der Patientin die Diabetes-Medikamente abgesetzt sowie ihre Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr stark verringert. Laut Urteil ging es nicht um Sterbehilfe. Der Arzt hatte sich jedoch darauf berufen, er habe das Leid seiner Patientin lindern wollen. Bis das Urteil rechtskräftig ist, darf er weiter praktizieren.

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