Ärzte Zeitung online, 19.09.2008

Keine schnelle Lösung bei Nährwert-Kennzeichnung in Sicht

BERCHTESGADEN (dpa). Verbraucher in Deutschland müssen weiter auf eine farbige Nährwert-Kennzeichnung von Lebensmitteln warten. Die CDU/FDP-regierten Länder lehnen eine deutsche Regelung im Alleingang ab, weil sie Nachteile für die Wirtschaft befürchten.

Die Verbraucherschutzminister der Länder forderten den Bund am Freitag in Berchtesgaden aber auf, sich für eine europaweit einheitliche Lösung einzusetzen. Bundesverbraucherminister Horst Seehofer (CSU) plädierte erstmals für eine nationale Regelung.

Die farbige Kennzeichnung von Fett, Salz, Zucker, gesättigten Fettsäuren und Kalorien soll die Bürger besser über potenziell gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe informieren. "Ich hätte das gern, aber momentan gibt es keine Mehrheit", sagte Seehofer.

Bei der Nährwert-Kennzeichnung leisten die CDU/FDP-regierten Länder Widerstand gegen eine nationale Regelung. "Wir wollen keine Lebensmittel verteufeln", sagte der nordrhein-westfälische Verbraucherminister Eckhard Uhlenberg (CDU). Insbesondere Hersteller von Süßigkeiten, Kartoffelchips und dergleichen fürchten, dass ihre Umsätze unter einer Kennzeichnung leiden könnten. "Das kann kein nationaler Alleingang sein", sagte Uhlenberg.

Einigkeit besteht über die Einführung von Uran-Grenzwerten in Trink- und Mineralwasser

Einigkeit besteht darüber, dass europäische Grenzwerte für den Uran-Gehalt von Trink- und Mineralwasser eingeführt werden sollen. Das Bundesumweltamt hat als Obergrenze 10 Mikrogramm vorgeschlagen - noch unter dem internationalen Grenzwert von 15 Mikrogramm der Weltgesundheitsorganisation. Seehofer plädierte zumindest beim Trinkwasser für eine nationale Lösung. "Die Menschen trinken ja in München nicht das Leitungswasser aus Paris."

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