Ärzte Zeitung online, 21.10.2008

Falsche Ärztin in Hamburg vor Gericht - Haftstrafe droht

HAMBURG (dpa). Weil sie jahrelang ohne Approbation als Ärztin am Universitätskrankenhaus Eppendorf (UKE) gearbeitet hat, muss sich eine junge Frau am 19. November vor dem Landgericht Hamburg verantworten. Der 34-Jährigen wird wegen Urkundenfälschung, Betrugs und Missbrauchs von Berufsbezeichnungen der Prozess gemacht.

Laut Anklage hatte sich die frühere Medizinstudentin im März 2003 mit gefälschten Dokumenten als Ärztin im Praktikum und dann ein Jahr später als Assistenzärztin beworben. Sie arbeitete danach jahrelang fehlerfrei am UKE, bevor der Betrug aufflog. Für den Prozess ist ein Verhandlungstag angesetzt.

Der spektakuläre Fall der falschen Ärztin in der Kinderklinik des UKE hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt (wir berichteten). Nach Angaben des Krankenhauses war die Frau bei Kollegen sehr beliebt und wegen ihres Wissens geschätzt. Ihre wissenschaftlichen Arbeiten wurden mit Preisen ausgezeichnet. Eine Gefährdung von Patienten schloss die Klinik nach der Aufdeckung des Skandals im August 2007 aus. Die Hochstaplerin habe stets unter Aufsicht von Fach- und Oberärzten praktiziert, betonte der Ärztliche Direktor.

Im Fall einer Verurteilung droht der Frau unter Umständen eine Haftstrafe. Betrug wird nach dem Strafgesetzbuch mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft. Die missbräuchliche Verwendung von Berufsbezeichnungen kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr geahndet werden.

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