Ärzte Zeitung online, 12.11.2008

Pharma-Unternehmen muss nicht für bekannte Nebenwirkungen von Medikament haften

KARLSRUHE (dpa). Für unerwünschte Wirkungen eines Medikamentes haftet ein Pharma-Unternehmen nicht, wenn vor diesen in der Packungsbeilage gewarnt wird.

Das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe wies die Schadenersatzklage einer Frau ab, die nach eigenen Angaben das Schmerzmittel Rofecoxib (Vioxx®) eingenommen hatte und danach an Haarausfall, Bluthochdruck und Bauchschmerzen litt. Außerdem habe sie dauerhafte Schäden an Niere und Bauchspeicheldrüse davongetragen, hatte die Klägerin erklärt.

Eine Haftung für bekannte, bei der Zulassung des Medikamentes als vertretbar beurteilte unerwünschte Wirkungen gebe es nicht, argumentierten die OLG-Richter.

Vioxx® war bereits 2004 wegen Gesundheitsrisiken vom Markt genommen worden, da es einer Studie zufolge bei längerer Einnahme zu Herzproblemen führen kann. Solche "unerwarteten Nebenwirkungen" seien bei der Frau aber nicht aufgetreten, erklärten die Richter. Sie habe ausschließlich Gesundheitsschäden geltend gemacht, die in der Packungsbeilage aufgeführt waren. Eine Revision wurde nicht zugelassen.

Az.: 7 U 200/07

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Künstliche Herzklappe raubt oft den Schlaf

Fast ein Viertel aller Patienten mit einer mechanischen Herzklappe klagt über Schlafstörungen. Die Ursache hat eine einfache Erklärung. mehr »

Das sind die Wünsche an die neue Weiterbildung

Am Freitag steht die Musterweiterbildungsordnung auf der Agenda des Deutschen Ärztetags. Wir haben dazu drei junge Ärzte und den BÄK-Beauftragen Bartmann befragt. mehr »

"Sportlich, unrealistisch, überkommen"

Am Donnerstagnachmittag debattiert der Deutsche Ärztetag über die GOÄ-Novellierung. Unsere Video-Reporter haben sich vorab dazu umgehört. mehr »