Ärzte Zeitung online, 14.11.2008

Contergan-Opfer sollen 3000 Euro Sonderzahlung im Jahr erhalten

BERLIN (dpa). Die etwa noch 2000 in Deutschland lebenden Contergan-Opfer sollen nach dem Willen der großen Koalition von 2009 an lebenslang zusätzliche Sonderzahlungen von etwa 3000 Euro jährlich erhalten. Dies kündigten die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden von Union und SPD, Ilse Falk und Christel Humme, am Donnerstag in Berlin an.

Die Koalitionsfraktionen wollen dazu demnächst einen Gesetzentwurf zur Änderung des Conterganstiftungsgesetzes in den Bundestag einbringen.

Die Sonderzahlung soll der Mitteilung zufolge aus Mitteln der Conterganstiftung finanziert werden, in die der Bund 50 Millionen Euro einbringt. Weitere 50 Millionen Euro stifte die Firma Grünenthal, die Contergan 1957 auf den Markt gebracht hatte.

Die monatlichen Entschädigungsleistungen für die Contergan-Opfer wurden Anfang Juli von 545 auf maximal 1090 Euro verdoppelt, geht aus der Mitteilung hervor. Dies bedeute für die Geschädigten zusätzliche Leistungen in Höhe von mehr als 6500 Euro jährlich. Zusammen mit der geplanten Sonderzahlung ergibt sich daraus für die Betroffenen ein Plus von bis zu 9500 Euro im Jahr.

Das Schlafmittel Contergan, das zwischen 1957 und 1961 auch Schwangeren verordnet wurde, führte weltweit schätzungsweise bei bis zu 10 000 Neugeborenen zu starken Missbildungen.

Topics
Schlagworte
Recht (11945)
Panorama (30488)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »