Ärzte Zeitung online, 19.11.2008

Fachärztin wegen schwerer Hygienemängel vor Gericht

RAVENSBURG (dpa). Wegen gravierender Hygienemängel in ihrer Praxis steht eine Fachärztin aus Bad Saulgau (Baden-Württemberg) vom heutigen Mittwoch an vor dem Landgericht in Ravensburg. Die 56-jährige Hals-Nasen-Ohren-Ärztin muss sich wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz und wegen Körperverletzung in mehreren 100 Fällen verantworten.

Sie von 2005 bis 2007 Einwegspritzen mehrfach verwendet und medizinische Geräte nicht genügend desinfiziert haben. Unter Hinweis auf die Infektionsgefahr hatte das Landratsamt mehr als 1800 Patienten aufgefordert, sich auf den Aids-Virus sowie auf Hepatitis B und C testen zu lassen (wie berichtet). Die Untersuchungen von rund 150 Patienten auf Infektionen ergaben keine Hinweise auf ansteckende Krankheiten.

[21.11.2008, 18:13:17]
Prof. Dr. Volker von Loewenich 
Einwegspritzen mehrfach verwendet
Es ist unglaublich und ganz irrational, an Pfennig-Artikeln wie Einmalspritzen sparen zu wollen und die damit heraufbeschworene Gefahr zu ignorieren. Ich wollte es nicht glauben, aber mir wurde vor gut zwei Jahrzehnten ein gleicher Fall berichtet, wo ein mehrfach geehrter Kollege gebrauchte Einmal-Spritzen und -Nadeln verwendete und seiner dies beanstandenden PJlerin erklärte, man könne ihm da ja doch nichts nachweisen. Von einer Anzeige wurde der PJlerin abgeraten, der Kollege sei zu mächtig, da werde sie sich schaden. Die junge Kollegin hat daraufhin die PJ-Stelle gewechselt. Was will man machen, wenn man nichts beweisen kann? Allenfalls die Patienten motivieren aufzupassen, ob Einmalspritzen steril aus der Packung entnommen werden.
Andererseits will man Patienten aber auch nicht zu prinzipiellem Mißtrauen anregen wegen einiger weniger schwarzer Schafe, die es leider in jedem Beruf gibt. zum Beitrag »

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