Ärzte Zeitung online, 24.11.2008

Familiengericht darf Vater nicht pauschales Umgangsrecht einräumen

FRANKFURT/MAIN (dpa). Ein Familiengericht darf einem Vater nicht pauschal ein Umgangsrecht mit seinen leiblichen Kindern zubilligen, berichtet die Fachzeitschrift "OLG-Report".

Dabei beruft sich die Fachzeitschrift auf einen Beschluss des Oberlandesgerichts (OLG) Frankfurt am Main. Das Gericht müsse stattdessen konkrete Anordnungen nach Ort, Zeit, Häufigkeit, Abholen oder Bringen der Kinder treffen. Insbesondere dürfe es diese konkrete Umgangsregelung auch nicht einem privaten Verein überlassen.

Mit dem Beschluss gab das Gericht der Beschwerde einer Mutter statt. Die Frau hatte sich gegen die Anordnung des Familiengerichts Groß-Gerau (Hessen) gewandt, wonach der Vater ein Umgangsrecht mit den beiden minderjährigen Töchtern habe. Die nähere Ausgestaltung sollten die Eltern in Absprache mit einem privaten Verein vornehmen.

Das OLG sah in dieser Entscheidung einen "schwerwiegenden Verfahrensverstoß", der nicht mit dem Wohl der Kinder vereinbar sei. Die Richter betonten, ein Familiengericht habe eine eigene Verantwortung für die konkrete Ausgestaltung des Umgangsrechts. Diese Verantwortung lasse sich nicht auf Dritte abladen. Das Familiengericht muss nun die erforderlichen Einzelheiten selbst regeln.

OLG Frankfurt, Az.: 3 UF 307/07

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