Ärzte Zeitung online, 18.12.2008

Nach Geschlechtsumwandlung erhält Frau kein Schmerzensgeld vom Arzt

KARLSRUHE (dpa). Nach einer Geschlechtsumwandlung ist eine Frau mit einer Forderung nach Schmerzensgeld erneut vor Gericht gescheitert. Das Oberlandesgericht (OLG) in Karlsruhe wies am Mittwoch die Klage der 59-Jährigen zurück. Die Frau hatte sich vor 25 Jahren - damals noch als Mann - einer Geschlechtsumwandlung unterzogen.

Nach eigenen Angaben hatte sie damals aber als Folge des misslungenen Eingriffs ein von Einsamkeit und Selbstzweifeln geplagtes Leben führen müssen. Den Arzt der damaligen Operation verklagte sie auf Schmerzensgeld in Höhe von 50 000 Euro. Eine Revision wurde nicht zugelassen.

Bei einer Geschlechtsumwandlung - also wenn eine Frau im Körper eines Mannes auch organisch eine Frau sein will - wird der Penis des Patienten ausgehöhlt und die übrig gebliebene Haut zu einer sogenannten Neovagina umgestülpt. Der nun als Frau klagende Mann hatte vor der Op allerdings ein sehr kleines Geschlechtsteil. Bei der Op vor 25 Jahren habe der Mediziner diese anatomischen Besonderheiten der Frau daher nicht ausreichend berücksichtigt, führte die Klägerin an. Er habe deshalb eine falsche Op-Methode gewählt. Ein Gutachter war im Prozess zu einem anderen Ergebnis gekommen.

In erster Instanz hatte bereits das Mannheimer Landgericht gegen die Frau entschieden und unter anderem erklärt, sie habe in die Operation eingewilligt und könne keinen Behandlungsfehler nachweisen. Dieser Argumentation folgte auch das OLG.

AZ: 1 O 76/06

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