Ärzte Zeitung online, 11.03.2009

Psychische Erkrankung nach Unfall verstärkt - Weniger Schmerzensgeld

SAARBRÜCKEN (dpa). Werden psychische Störungen durch einen Unfall nicht verursacht, sondern allenfalls verstärkt, führt dies zu einem reduzierten Schmerzensgeld. Das entschied das Saarländische Oberlandesgericht (OLG) Saarbrücken. Nach dem Urteil gilt dies jedenfalls dann, wenn auch ohne den Unfall mit der Zeit ohnehin eine Verschlechterung des psychischen Zustandes eingetreten wäre.

Das Gericht wies mit seinem Urteil die Berufung einer Frau gegen ein Urteil des Landgerichts Saarbrücken zurück. Die Klägerin hatte sich dagegen gewandt, dass ihr das Landgericht ein Schmerzensgeld von 2500 Euro zugesprochen hatte. Sie hielt die Summe nicht für zu gering. Zur Begründung gab sie an, seitdem sie als Fahrradfahrerin mit einem Auto kollidiert sei, leide sie unter einer erheblichen psychischen Beeinträchtigung. Sie habe daher Anspruch auf ein deutlich höheres Schmerzensgeld.

Die Saarbrücker Richter winkten jedoch ab. Nach den Feststellungen eines Sachverständigen litt die Klägerin schon vor dem Unfall an einer depressiven Grunderkrankung. Die Folgen der Krankheit und die Beschleunigung des Krankheitsprozesses könnten daher nicht in vollem Umfang dem Unfallverursacher zugerechnet werden, so die Richter in dem in der Fachzeitschrift "OLG-Report" veröffentlichten Urteil.

Az.: 4 U 454/07-154

www.solg.saarland.de

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