Ärzte Zeitung online, 17.03.2009

Krankentagegeld nur bei echter Arbeitsunfähigkeit

KOBLENZ (dpa). Krankentagegeld gibt es nur dann, wenn man aus gesundheitlichen Gründen überhaupt nicht arbeiten kann. Das hat das Oberlandesgericht Koblenz entschieden. Wenn der Versicherte auch nur teilweise arbeiten kann, muss die Versicherung keinen Cent mehr zahlen, so der Richterspruch.

Das Gericht wies damit die Klage einer Pharmareferentin gegen ihre Krankentagegeldversicherung ab. Die Frau war über längere Zeit krankgeschrieben. Während dieser Zeit erhielt sie Krankentagegeld. Die Versicherung forderte unterdessen eine Nachuntersuchung. Diese ergab, dass die Frau eingeschränkt arbeiten könne. Daraufhin lehnte die Versicherung mit Verweis auf die Vertragsbedingungen weitere Zahlungen an die Frau ab. Die Klägerin meinte dagegen, die Regelungen seien rechtswidrig.

Das Gericht folgte dieser Einschätzung nicht. Die allgemeinen Versicherungsbedingungen, auf die der Versicherer sich berufe, benachteiligten die Klägerin nicht unangemessen. Vielmehr gehöre es zur Vertragsfreiheit, dass eine Versicherung nur zahle, wenn der Versicherte unter keinen Umständen arbeiten kann.

Az.: 10 U 230/07 (Urteil vom 24.10.2008)

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