Ärzte Zeitung online, 01.04.2009

Gericht: Kinderkrippe schadet nicht dem Kindeswohl

BRANDENBURG/HAVEL (dpa). Eine Mutter kann ihr Kind in eine Krippe geben, auch wenn der Vater anbietet, den gemeinsamen Nachwuchs zu betreuen. Die geplante Unterbringung eines Kindes in einer Krippe sei kein Grund, dem Vater das sogenannte Aufenthaltsbestimmungsrecht zu übertragen. Das entschied das Brandenburgische Oberlandesgericht in Brandenburg/Havel.

Die nicht miteinander verheirateten Eltern eines im November 2007 geborenen Kindes haben stets in getrennten Haushalten gelebt. Der Vater ist freiberuflich tätig und unterhält in seiner Wohnung ein Büro. Die Mutter wollte eine Erwerbstätigkeit aufnehmen und das Kind, das bei ihr lebt, zu einer Tagesmutter beziehungsweise in eine Kinderkrippe geben. Der Vater beantragte deshalb beim Amtsgericht, ihm das Aufenthaltsbestimmungsrecht für das Kind zu übertragen, weil er das Kind selbst betreuen wollte. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht ist Teil des Sorgerechts.

Das Amtsgericht hatte das alleinige Recht zur Bestimmung des Aufenthaltes des Kindes auf die Mutter übertragen. Dagegen legte der Vater Beschwerde beim Oberlandesgericht ein. Die wies der 2. Senat für Familiensachen nun zurück. Zur Begründung hieß es, das Aufenthaltsbestimmungsrecht müsse aus Gründen der Kontinuität der Mutter allein übertragen werden.

"Dass die Mutter, nachdem sie nun wieder eine Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, das Kind von einer Tagesmutter bzw. in einer Kita betreuen lassen wolle, begründe keinen Vorrang des Vaters, der das Kind selbst betreuen wolle", hieß es in der Mitteilung. Es sei zweifelhaft, dass der Vater Betreuung und Arbeit miteinander in Einklang bringen könne. Jedenfalls schade einem Kind von rund eineinhalb Jahren die Fremdbetreuung in einer Krippe oder bei einer Tagesmutter nicht.

Az.: 10 UF 204/08)
www.olg.brandenburg.de

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