Ärzte Zeitung online, 06.04.2009

Bewährungsstrafe für Eltern einer kranken Sechsjährigen

STUTTGART (dpa). Weil sie ihre sterbenskranke Tochter nicht in die Klinik gebracht haben, sind die Eltern einer Sechsjährigen am Freitag vor dem Stuttgarter Amtsgericht zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden. "Das Kind wäre spätestens in der Nacht darauf gestorben", begründete der Richter das Urteil wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Die 45-jährige Mutter und der 56-jährige Vater hätten bei dem Vorfall vor gut einem Jahr merken müssen, dass ihr nur 9,3 Kilogramm schweres Kind in großer Gefahr war. Das Mädchen hatte Lungenentzündung und litt unter Atemnot. Die Lippen waren blau. Einem Jugendamtsmitarbeiter, dem die Symptome aufgefallen sind, sei es schließlich zu verdanken, dass die Kleine noch lebe.

Das Gericht ordnete außerdem an, dass die Eltern von insgesamt acht Kindern das betroffene Mädchen und ihren jüngeren Bruder künftig alle zwei Monate unter Aufsicht wiegen lassen und dem Richter das Gewicht mitteilen. Dass sie das Kind vernachlässigt hätten, habe ihnen aber nicht nachgewiesen werden können, sagte der Richter.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »