Ärzte Zeitung online, 28.05.2009

Neues Unterhaltsrecht noch unbekannt

BERLIN (dpa). Das neue Unterhaltsrecht ist trotz seiner einschneidenden Änderungen mehr als ein Jahr nach seinem Inkrafttreten noch weitgehend unbekannt. Das zeigt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag der Bertelsmann Stiftung, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Danach wisse nicht einmal jeder Fünfte Bescheid, der in Beziehungen mit Kindern lebt oder gelebt hat oder alleinerziehend ist, teilte die Stiftung mit. Selbst nur jeder dritte Zahler und Empfänger von Unterhalt kenne das Gesetz, das seit Anfang 2008 gültig ist, genauer.

Nachdem die Befragten in einem zweiten Schritt mit den neuen Regeln vertraut gemacht wurden, gab es in der Umfrage aber eine positive Resonanz auf die Änderungen. 77 Prozent der Befragten begrüßten, dass das neue Unterhaltsrecht Kindern Vorrang vor den Unterhaltsansprüchen des Ex-Partners einräumt. Während fast die Hälfte der Väter die neuen Regelungen gut finde, sage dies nur jede dritte Mutter, hieß es. Die Unterhaltszahler bewerteten nach der Mitteilung die neue Rechtslage zu 52 Prozent positiv.

64 Prozent begrüßten, dass durch das neue Recht der betreuende Elternteil stärker als bisher gezwungen wird, selbst für den eigenen Unterhalt zu sorgen. Mit der Neuregelung soll auch der Unterhaltspflichtige finanziell entlastet werden, was auch seiner möglichen Zweit-Familie zugutekommen könnte. Allerdings sehen auch 30 Prozent der Befragten die Gefahr, dass die Kinder durch die Neureglung benachteiligt werden könnten.

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