Ärzte Zeitung online, 08.07.2009

Zeckenstich kann als Dienstunfall anerkannt werden

SAARLOUIS (dpa). Ein Zeckenstich, den ein Polizeibeamter im Dienst erleidet, ist grundsätzlich als Dienstunfall anzuerkennen. Das entschied das Saarländische Oberverwaltungsgericht (OVG) Saarlouis in einem Urteil. Nach dem Richterspruch gilt dies auch, wenn noch nicht feststeht, ob es zu Folgen, wie etwa zu einer Borrelioseerkrankung, kommen wird.

Das Gericht gab mit seinem grundlegenden Urteil der Klage eines Polizeibeamten statt. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Sache ließen die Richter jedoch zugleich die Revision zum Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zu.

Der Kläger hatte sich während einer Verkehrskontrolle in hohem Gras aufgehalten. Dabei saugte sich eine Zecke an ihm fest. Als er den Zeckenstich als Dienstunfall meldete, winkte der Dienstherr mit der Begründung ab, es handele sich um keinen spezifischen Dienstunfall. Vielmehr könne ein Zeckenstich jeden Bürger treffen und sei daher dem allgemeinen Lebensrisiko zuzurechnen.

Das OVG teilte diese Auffassung nicht. Der Beamte habe eine konkrete Diensthandlung geschildert, bei dem es zu dem Zeckenstich gekommen sei. Angesichts der möglichen Folgeerkrankungen handele es sich auch nicht - anders als bei einem einfachen Mückenstich - um eine unerhebliche gesundheitliche Beeinträchtigung.

Az.: 1 A 155/08

www.ovg.saarland.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »