Ärzte Zeitung online, 26.08.2009

Ermittlungen gegen Dozenten: Hochschulverband fordert umfassende Aufklärung

BONN (ava/dpa). Der Deutsche Hochschulverband (DHV) begrüßt die Ermittlungen der Kölner Staatsanwaltschaft gegen 100 Dozenten - darunter auch Mediziner - wegen Korruptionsverdacht.

zur Großdarstellung klicken

Foto: Natalia Demidchick ©www.fotolia.de

"Eine umfassende Aufklärung liegt im Interesse der Wissenschaft, allen voran der rund 25  000 Doktoranden, die jährlich ordnungsgemäß ihren Doktortitel erwerben", erklärte der Präsident des Deutschen Hochschulverbands (DHV), Professor Bernhard Kempen.

Am Wochenende hatte die Kölner Staatsanwaltschaft bestätigt, sie ermittle bundesweit gegen Dozenten, die ungeeignete Kandidaten gegen Geld als Doktoranden übernommen haben sollen. Gewerbliche Promotionsberatungen stehen laut Kempen generell in Verdacht, die Vergabe unredlich und wissenschaftlich unlauter erworbener akademischer Grade auszulösen. Promovenden, die sich auf derartige Angebote einließen, müssten daher mit der Aberkennung ihres Titels rechnen. Um dem illegalen Titelhandel einen Riegel vorzuschieben, fordert der DHV seit Jahren, dass in die Promotionsordnung der Fakultäten ein Passus aufgenommen wird, in dem die Doktoranden eidesstattlich versichern, keine fremde Hilfe beim Erstellen ihrer Doktorarbeit in Anspruch genommen zu haben.

Titelhändler Consul Weyer: Alles "Stümper" außer mir

Hans-Hermann Consul Weyer Graf von Yorck, schillernder Vermittler von Ritterschlägen, Orden, Diplomaten-, Doktor- und Adelstiteln, hält die jetzt aufgeflogenen Doktortitel- Händler für "Stümper". Er freue sich über jeden, der in diesem Geschäft auffliege: "Denn die Leute machen das unseriös", sagte er am Mittwoch im "Deutschlandradio Kultur".

Weyer hat nach eigenen Angaben auch Bundestagsabgeordneten, die noch im Parlament sitzen, ihre Titel beschafft. Auch Kaufleute und angesehene Multimillionäre, "die jedes Kind kennt", würden zu seinen Kunden zählen, sagte er weiter. Aber natürlich bleibe er diskret: "Ich könnte das Geschäft doch nicht so erfolgreich und konkurrenzlos betreiben, wenn ich jemals einen Namen genannt hätte."

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »