Ärzte Zeitung online, 04.09.2009

Liebesakt plastinierter Leichen bleibt verboten

AUGSBURG (dpa). Zwei plastinierte Leichen beim Sex: Das umstrittene Werk des Körperpräparators Gunther von Hagens darf weiterhin nicht öffentlich gezeigt werden. Das Verwaltungsgericht Augsburg bestätigte in einer Eilentscheidung am Freitag das am 27. August erlassene Verbot der Stadt Augsburg.

Zur Begründung hieß es, bei dem Leichen-Sexakt aus der Ausstellung "Körperwelten" handle es sich um einen "nicht gerechtfertigten Eingriff in die grundgesetzlich garantierte Menschenwürde, die über den Tod hinaus wirkt". Die Leichen der Verstorbenen seien unter Ausblendung ihrer Persönlichkeit "zur Materie degradiert".

Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) begrüßte die Gerichtsentscheidung. Die Stadtverwaltung sehe sich durch das Verwaltungsgericht voll bestätigt. Sie hatte gegen von Hagens ein sofort vollziehbares Zwangsgeld von 10 000 Euro verhängt. Gribl hatte persönlich das Verbot umgesetzt und den Akt verhüllt. Ein Sprecher der Körperwelten-Ausstellung wollte keine Stellungnahme abgeben.

Az.: 7 S 09.1266

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