Ärzte Zeitung online, 17.09.2009

Versicherungsschutz trotz Schlüssel im Auto

KOBLENZ (dpa). Ein im Fahrzeug zurückgelassener Autoschlüssel kostet bei einem Diebstahl nicht zwangsläufig den Versicherungsschutz. Das geht aus einem in der Fachzeitschrift OLG-Report veröffentlichten Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz hervor.

Im verhandelten Fall könne dem Fahrzeughalter keine grobe Fahrlässigkeit vorgehalten werden, da der Schlüssel von außen gar nicht zu sehen gewesen sei. Insbesondere habe er den Entschluss zum Diebstahl bei dem Täter nicht leichtfertig ausgelöst.

Das Gericht gab mit seinem Urteil der Klage eines Fahrzeughalters gegen seine Versicherung statt. Der Kläger hatte während einer Urlaubsreise in der Tschechischen Republik seinen Wagen abgestellt. In der zurückgelassenen Jacke befand sich ein Zweitschlüssel des Fahrzeugs. Am anderen Morgen war das Auto verschwunden und wurde auch nicht mehr gefunden. Die Versicherung hielt dem Kläger grobe Fahrlässigkeit vor und weigerte sich daher, die vom Kläger als Wertersatz verlangten 18 000 Euro zu zahlen. Das OLG sah dagegen in dem Verhalten des Klägers keine grob fahrlässige Verursachung oder Förderung des Diebstahls.

Az.: 10 U 1038/08

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