Ärzte Zeitung online, 24.09.2009

Arztmord: Angeklagter begründet Tat mit Persönlichkeitsstörung

HALLE (dpa). Im Mordprozess um den gewaltsamen Tod eines Arztes und einer Rentnerin in Mansfeld (Sachsen-Anhalt) hat der Angeklagte die Taten gestanden, aber jede Tötungsabsicht bestritten.

"Ich gebe zu, dass ich die beiden getötet habe", sagte der 38-Jährige am Donnerstag vor dem Landgericht Halle. Er wies aber den Vorwurf der Staatsanwaltschaft von sich, die 76-jährige Frau und den 64 Jahre alten Mediziner heimtückisch und aus Habgier umgebracht zu haben.

Schon bei seiner Festnahme wenige Tage nach dem Verbrechen im Juni 2008 hatte der Angeklagte die Tat zugegeben. Vor Gericht begründete er sein Handeln mit einer Persönlichkeitsstörung. Er habe Probleme, sich unter Kontrolle zu halten. Die Frau habe er in ihrer Wohnung gewürgt, weil sie ihn erschrocken angeschrien habe, nachdem er in dem abgelegenen Haus aufgetaucht war. Dann habe er den Arzt gerufen und ihn in einem Wortgefecht mit einem Schnürsenkel erdrosselt.

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft wollte der Täter an Geld und das Auto des Arztes gelangen, um sich einer Haftstrafe zu entziehen, die er im Sommer vergangenen Jahres hätte antreten sollen. Nach der Tat war der Angeklagte mit dem gestohlenen Auto in die Schweiz geflüchtet. Gegen den mehrfach vorbestraften Täter wird nach Behördenangaben zudem in der Schweiz wegen des gewaltsamen Todes einer Frau ermittelt, die seit Juni 2007 vermisst wird.

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