Ärzte Zeitung online, 19.11.2009

Streit um unnötige Brust-Entfernung

TÜBINGEN (dpa). Weil ihr unnötig eine Brust entfernt wurde, streitet eine Frau vor dem Landgericht Tübingen mit Ärzten um Schadenersatz. Eine Einigung kam bisher nicht zustande.

Sie war völlig gesund, aber Ärzte amputierten ihr vor drei Jahren trotzdem eine Brust. Jetzt - nach einem langen Rechtsstreit - ist die 34 Jahre alte Frau psychisch krank und ein Ende ihres Leidenswegs ist nicht in Sicht. Der verantwortliche Tübinger Pathologe habe in letzter Minute einer im Oktober erzielten Einigung widersprochen, sagte am Donnerstag der zuständige Richter am Landgericht Tübingen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der Mediziner weigere sich, der Patientin wie vereinbart 25 000 Euro zu zahlen.

In der Tübinger Pathologie waren nach Einschätzung der Richter Gewebeproben verwechselt worden. Dadurch diagnostizierten die Ärzte bei der gesunden Frau Krebs und entfernten eine Brust. Der Pathologe der Uniklinik Tübingen und das Böblinger Krankenhaus weisen sich gegenseitig die Schuld für die Verwechslung zu.

   Weil es sich um zwei Kliniken handelt, muss laut Gesetz die Patientin beweisen, wer genau die Gewebeproben verwechselt hat. Gelingt ihr dieser Beweis nicht, bekommt sie keine Entschädigung. Das Gericht will dem Pathologen nun noch etwa eine Woche Zeit geben, um dem Vergleich doch zuzustimmen. Ansonsten werde er ein Urteil fällen, sagte der Vorsitzende Richter.

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