Ärzte Zeitung online, 08.12.2009

OLG: Eizellen-Streit hat grundsätzliche Bedeutung

ROSTOCK/NEUBRANDENBURG (dpa). Der Streit zwischen einer Witwe, die sich ein Kind von ihrem toten Mann wünscht, und einer Neubrandenburger Klinik um die Herausgabe befruchteter Eizellen könnte sich zu einem Musterverfahren entwickeln.

Ein früheres Urteil des Landgerichts Neubrandenburg, in dem das Auftauen der Eizellen verboten wurde, werde derzeit intensiv geprüft, hieß es am Montag aus dem Oberlandesgericht (OLG) in Rostock. "Die Frage hat wohl grundsätzliche Bedeutung", sagte OLG-Sprecher Christian Frenzel der dpa. Eine Entscheidung darüber, ob es zu einem neuen Verfahren kommt, werde aber erst in den kommenden Monaten getroffen. Die Anwältin der Klägerin hatte Anfang September Berufung eingelegt.

Das OLG muss klarstellen, ob über den Kinderwunsch der Frau erneut verhandelt wird. Die 28-Jährige will ein Kind ihres Mannes austragen, der im Juli 2008 bei einem Unfall ums Leben kam. Das Paar hatte eine künstliche Befruchtung geplant und dazu vier Monate vor dem tödlichen Unfall Eizellen und Spermien einfrieren lassen. Die Frau wollte sich die Eizellen später im polnischen Stettin (Szczecin) einsetzen lassen. Die Klinik verweigerte die Herausgabe jedoch, das Landgericht lehnte eine erste Klage der Frau mit Verweis auf das Embryonenschutzgesetz ab.

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