Ärzte Zeitung online, 09.12.2009

Unfall wegen Unterzuckers: Behörde entzieht Diabetiker den Führerschein

MAINZ (dpa). Wer wegen diabetesbedingter Unterzuckerung Verkehrsunfälle verursacht, dem kann der Führerschein entzogen werden. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Entscheidung des Verwaltungsgerichts Mainz hervor.

Damit bestätigte das Gericht die Entscheidung einer Führerscheinbehörde, die einem zuckerkranken Mann aus Rheinhessen den Führerschein entzogen hatte. Er hatte wegen Unterzuckerung bereits mehrfach Unfälle verursacht.

Im vorliegenden Fall hatte der Mann wegen eines abfallenden Zuckerspiegels auf der Autobahn die Kontrolle über seinen Wagen verloren. Der Wagen geriet ins Schleudern, kollidierte mit der Mittelleitplanke und blieb dann quer zur Fahrbahn stehen.

Die zuständige Behörde holte ein ärztliches Gutachten ein und entzog dem Mann dann umgehend den Führerschein. Das von dem Autofahrer eingeschaltete Verwaltungsgericht bestätigte die Entscheidung der Behörde.

Obwohl dokumentiert sei, dass er im Zusammenhang mit Unterzuckerungen bereits mehrere Verkehrsunfälle verursacht habe, mache er nicht regelmäßig vor Fahrtantritt Blutzuckerkontrollen, kritisierten die Richter. Von daher sei er nicht zum Autofahren geeignet. Laut Gutachter sei es aber denkbar, dass ihm nach einer Diabetikerschulung und einer mehrmonatigen Blutzuckereinstellung das Autofahren unter Auflagen wieder gestattet werden könne.

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