Ärzte Zeitung online, 13.01.2010

Doktortitel-Kauf: Verfahren gegen 80 Verdächtige

KÖLN (dpa). In der Schmiergeld-Affäre um gekaufte Doktortitel ermittelt die Kölner Staatsanwaltschaft zur Zeit gegen mehr als 80 Beschuldigte. Die Hochschullehrer sollen zum Teil ungeeignete Kandidaten zum Promotionsverfahren zugelassen haben. Ein "Institut für Wissenschaftsberatung" soll den Professoren dafür Bestechungsgelder gezahlt haben.

Bereits im März 2008 waren bei einer Razzia in dem Institut umfangreiche Unterlagen sichergestellt worden (wir berichteten). "Wir müssen die Akten sukzessive abarbeiten", sagte Oberstaatsanwalt Günther Feld in Köln. "Einige der Beschuldigten wissen noch gar nicht, dass wir sie verdächtigen."

Die ersten Verfahren gegen zwölf Hochschullehrer seien inzwischen gegen Zahlung von Geldauflagen eingestellt worden. Sie hatten die Annahme von Geld eingeräumt. Bei drei Personen hat sich der Tatverdacht nach Angaben der Behörde nicht bestätigt. Ein Professor akzeptierte einen Strafbefehl. Welche Hochschulen betroffen sind, will die Staatsanwaltschaft nach wie vor nicht öffentlich erklären. Es seien aber Lehrende an unterschiedlichen Universitäten und in diversen Fachrichtungen in ganz Deutschland unter Verdacht.

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