Ärzte Zeitung online, 13.01.2010

Klinik muss Kranken nur bei akuter Suizid-Gefahr fesseln

FRANKFURT/MAIN (dpa). Vor dem Oberlandesgericht Frankfurt ist ein verhinderter Selbstmörder mit seiner Klage gegen eine Klinik gescheitert. Der Mann hatte das Krankenhaus auf Schmerzensgeld verklagt, weil er trotz seiner psychischen Erkrankung nicht gefesselt worden sei, um eine Selbsttötung zu verhindern.

Der Mann hatte sich aus dem Fenster geworfen, den Sturz aber überlebt. Das Gericht sah keine Schuld bei der behandelnden Ärztin. Diese hätte nur bei einer akuten Selbstmordgefahr weitergehende Maßnahmen einleiten müssen wie zum Beispiel die Fesselung des Patienten (Az.: 8 U 170/07). Das Gericht hob mit seinem Urteil eine Entscheidung des Landgerichts Frankfurt auf und wies die Schmerzensgeldklage des Patienten gegen den Klinikträger ab.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »