Ärzte Zeitung, 22.01.2010

Ex-Kassen-Chef wegen Korruption verurteilt

WUPPERTAL (dpa). Ein ehemaliger Krankenkassen-Chef ist wegen Untreue und Bestechlichkeit zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Das Amtsgericht in Wuppertal sprach am Freitag von "Selbstbedienungsmentalität".

Der 62 Jahre alte, ehemalige Vorstands-Vorsitzende der Betriebskrankenkasse (BKK) Delphi (mittlerweile Deutsche BKK) soll fast fünf Jahre lang bis August 2007 unter anderem zu Unrecht Leistungen der Kasse an seine Familie und den ebenfalls angeklagten einstigen Verwaltungsratsvorsitzenden (65) ausgeschüttet haben.

Im Gegenzug soll der 65-Jährige unangemessene Gehaltserhöhungen sowie Darlehen genehmigt haben. Unter anderem soll die BKK für eine Bauchstraffung und das Potenzmittel Viagra oder auch für Haarwuchs- Mittel aufgekommen sein. Insgesamt geht es um mehr als eine halbe Million Euro. Der Verteidiger des 62-Jährigen kündigte Berufung an.
Die Sitzungen des Verwaltungsrates seien eher touristische Reisen gewesen, so die Staatsanwaltschaft. Statt zwei Stunden in Wuppertal habe man Tage auf Rügen verbracht. Gegen den mitangeklagten 65-Jährigen wird ein Urteil Anfang Februar erwartet.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »