Ärzte Zeitung online, 25.03.2010

Massenhaft gefälschte Medikamente in die USA geschickt

STUTTGART (dpa). Mehr als 17 000 Päckchen mit gefälschten Medikamenten sollen drei Frauen und ein Mann aus dem Großraum Stuttgart in die USA geschickt haben. Der schwunghafte Handel flog durch einen kuriosen Zufall auf, wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart am Mittwoch berichtete.

Viele Postsendungen kamen ungeöffnet zurück. Da die Händler im Alter von 29 bis 46 Jahren als Absender wahllos Adressen vor allem aus dem Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg gewählt hatten, erhielten die verdutzten Bürger Päckchen mit den Tabletten zugestellt.

Mit Hilfe dieser vermeintlichen Absender kam die Polizei den mutmaßlichen Tätern auf die Spur. Bei ihnen wurden über 1,7 Millionen gefälschte Appetitzügler-Tabletten gefunden. Bestellt wurde über das Internet. Der Umsatz mit den Medikamenten habe bei rund 2,5 Millionen Euro gelegen.

Zwei der vier jetzt Angeklagten haben die Taten gestanden. Juristisch wird ihnen das "Inverkehrbringen nicht unerheblich qualitätsgeminderter oder gefälschter Arzneimittel" vorgeworfen; dies kann eine Haftstrafe von mindestens einem Jahr bedeuten. Wann der Prozess vor der Wirtschaftskammer des Stuttgarter Landgerichts beginnt, steht noch nicht fest.

Topics
Schlagworte
Recht (12041)
Panorama (30661)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »