Ärzte Zeitung online, 03.05.2010

Eltern gehen wegen Kino-Verbot in Berufung

MÜNSTER (dpa). Zwei Zeugen Jehovas kämpfen vor Nordrhein-Westfalens höchstem Verwaltungsgericht darum, dass ihr Kind aus Glaubensüberzeugung einem Kinobesuch mit der Schule fernbleiben darf. Der Rechtsstreit dreht sich um den Film "Krabat" nach Otfried Preußlers Jugendbuch.

Die Eltern argumentieren, in dem Streifen gehe es auch um schwarze Magie. Sie wollten den Jungen von solchen "bösen Geistermärchen" fernhalten. Der Siebtklässler war daraufhin nicht zur Deutschstunde im Kino gekommen. Der Vorfall hatte ein Nachspiel vor Gericht: Die Zeugen Jehovas zogen in erster Instanz den Kürzeren.

Der Anwalt der Familie aus Bocholt teilte am Montag mit, nun Berufung beim nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster eingelegt zu haben. Ein Sprecher des Gerichts bestätigte dies unterdessen.

Die Familie beruft sich auf das im Grundgesetz festgeschriebene Recht der Glaubensfreiheit. Die Richter der ersten Instanz hatten entschieden, das "Grundrecht auf religiöse Kindererziehung" verleihe den Eltern weder den Anspruch, "dass der Schulunterricht nach ihren religiösen Vorstellungen ausgerichtet werde, noch das Recht, ihre Kinder von bestimmten Unterrichtsinhalten fernzuhalten".

Der Film "Krabat" basiert auf einer Volkssage und erzählt die Geschichte eines Jungen, der Lehrling eines Zaubermeisters wird und sich gegen diesen behaupten muss.

Az.: 1 K 528/09

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[06.05.2010, 09:36:48]
Dirk A. Schmidt 
Und die Moreal: Lieber zum Arzt als die Wahrheit?
Krabat hat eine FSK ab 12 Jahren, die Geschichte ist misteriös und es ist fraglich , ob er für jedes Kind knapp über der FSK-Grenze geeignet ist.(Kind 7. Klasse = ca. 13 Jahre).
Ich sehe mit knapp 50 Jahre i.d.R. keine Filme mit FSK 18!
ZUdem sind die heutigen FSK-Einstufungen oft zu niedrig aus komerziellen Gründne gegenüber den 50er und 60er Jahren.
Auch die religöse Überzeugung - die ich nicht teile - blieb von Gericht unberücksichtigt.
GENERELL haben die Eltern (zu denen ich auch gehöre) die Verantwortung für Ihre Kinder - nicht die Lehrer. Nach meinen Erfahrung mit Schule und Lehrern kann man NICHT jede Auffassung hinnehmen, die dort vertreten wird.
Beobachten kann mamn aber oft ein Pharragraphenreiterei, Rechthaberei und Klagewut gerade bei Lehrern! Normale Menschen haätten diese Entscheidung einfach Respektiert. Statt dessen wir unbescholtenen Eltern ein Gerichtsverfahren an den Hals gehängt.
Um so erreschreckender ist das (Fehl)Urteil des Gerichts. Es schließt sioch an das legendäre (Fehl)Urteil der 80er Jahre an, in dem ein offentsichtlicher Fehler eines Lehres im Fach Buchführung gerichtlich als richtig bestätigt wurde: Wenn ein Lehrer etewas falsches lehrt, hat der Schüler es genauso widerzugeben - auch wenn es offensichtlich falsch ist (Vater war Witschaftswissenschaftler).

Solche (Fehl)Urteile deutscher Gerichte fördern nur die Doppelmoral!
Da gibt man demnächst lieber eine Krankheit vor.
Nur sind die Zeugen Jehovas wahrscheilich zu ehrlich dafür. zum Beitrag »

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